Mas – das Dorf für Sonderwünsche

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Kunst an der Straße in Mas

Ein Krokodil als Sitzbank? Der mythische Garuda, halb Adler, halb Mensch, als Schlafzimmer-Schmuck überm Bett? Um böse Geister fernzuhalten? Ein Stuhl, speziell für Feministen? Wünsche wie diese werden gerne erfüllt in Mas, einem Dorf in der Nachbarschaft Ubuds. Dort werkeln exzellente Tischler und Holzschnitzer; ihre Arbeiten finden Fans und Käufer in aller Welt. Denn in Mas kauft man an der Quelle. Unikate. Handarbeit eben.

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Kaufen an der Quelle

Auf Bali ist nichts eindimensional, auch das Holzschnitzen nicht. Erst die spirituelle Komponente komplettiert die Kunst des Filigranen: Die Verbindung von Mensch und Natur, von Körper und Seele, die Verschmelzung von alltäglicher Realität und Lebensphilosophie.

Eine Welt ohne Wände: Das Buch „Living in Bali“ zeigt das Leben und Wohnen im Einklang mit der Natur. In einer Harmonie, wie sie nirgends sonst auf der Welt möglich scheint. Bali liefert die ultimative Antwort auf die Ikea-Frage: Wohnst Du noch oder lebst Du schon? Doch es ist ein Leben jenseits von Ikea in diesen Häusern, in diesen Gärten. Ein wahr gewordener Traum, ein Rausch der Farben: Endstation Sehnsucht.

Gekauft habe ich mir „Living in Bali“ schon vor Jahren bei einer Zwischenlandung in Singapur. Zum Start des Weiterflugs habe ich es dann aus der zellophanierten Hülle befreit und in froher Erwartung aufgeschlagen. Meine englische Sitznachbarin lugte neugierig herüber, und im selben Moment prusteten wir los: Ich hatte die chinesischsprachige Ausgabe erwischt. Dem cleveren Cover in englischer Sprache war das nicht anzusehen.

Doch die Bilder genügten, um ein spezielles Lebensgefühl zu vermitteln. Alles in der Balance, großzügig statt minimalistisch, das Bedürfnis des Menschen nach Schönheit bedienend, der Natur abgeschaut. Dieses Lebensgefühl kann man sogar buchen. Auf Zeit, in einem der vielen außergewöhnlichen Hotels der Insel. Oder pars pro toto: Ein Möbelstück, gefertigt in Mas. Ein Stückchen vom Traum. Importiert ins eigene, unvollkommene Zuhause.

Denn ein Krokodil macht ja auch in Berlin etwas her oder in Hamburg. Ein Garuda beeindruckt vielleicht auch in Düsseldorf oder München. Und wie machen sich erst paarende Warane in Dresden oder Jena!

Gutes Handwerk, stolze Herkunft: Wir kommen von Bali, sagen diese Stücke, von der Insel der Götter!

Fotos: B. Linnhoff, Uwe Wojatzek

Bali 1 – Beliebt, belebt – ein Traum?
Bali 2 – Ubud: Dschungel in der Stadt
Bali 3 – Monkey Forest Ubud: Spiel` nicht mit Makaken
Bali 5: Viel Spass in Mas
Bali 6: Ein Date mit der Inselpolizei
Bali 7: Die Drohne vom Danau Batur
Bali 8: Die wilden Pferde von Padang Bai
Bali 9: Putten im Nirwana
Bali 10: Coco Wayan und seine Made
Bali 11: Dominique – ein Mann sieht Rot
Bali 12 – Die Insel bleibt ein Traum