Kopi Luwak – mit Untertönen vom Dschungel

Kopi Luwak (Foto: B. Linnhoff/Faszination Fernost)

„Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe“, hat Rainer Maria Rilke mal gesagt. Auf Bali wissen sie das schon lange. Dort gibt es den Fleckenmusang. Eine nachtaktive Schleichkatze, die auf der Insel hohe Wertschätzung genießt. Wenn sie erst einmal im Käfig sitzt. Denn sie kann, was sonst keiner kann: Sie scheißt den teuersten Kaffee der Welt.

Obwohl: nicht direkt.

Der Fleckenmusang (Foto: B. Linnhoff/Faszination Fernost)

Kaffee aus Käfighaltung (Foto: B. Linnhoff/Faszination Fernost)

Toey macht Katzenkaffee

Da der Fleckenmusang nur das Fruchtfleisch verdaut und die roten Bohnen sofort ausscheidet, werden diese bereits im Magen fermentiert. Die Bitterstoffe bleiben somit auf der Strecke, was dem Aroma guttut. Die Bohnen werden gewaschen (das hilft uns sehr) und leicht geröstet.

Es entsteht, so Wikipedia, ein dunkles und volles, aber auch etwas „muffiges“ Aroma. John Cleese beschreibt es in bester Monthy-Python-Manier als „erdig, modrig, mild, sirupgleich, gehaltvoll, mit Untertönen von Dschungel und Schokolade.“ Das mit der Schokolade können wir bestätigen, wir haben den Kopi Luwak vorsichtig und in kleinen Schlucken geschlürft. Verschütten geht ins Geld.

Im Onlineladen KaffeeShop24 kosten 50 Gramm „Kopi Luwak Wildkaffee ungemahlen“ derzeit 19,50 Euro, womit das Pfund auf beeindruckende knapp 200 Euro käme. Wir sinnieren noch heute darüber, warum der Katzenkaffee der teuerste der Welt ist. Am Geschmack kann es nicht liegen.

Dafür ist er selten. Denn seine Qualität hängt von der Art der gefressenen Kaffeebohne ab sowie von der Zeit, die sie auf dem Waldboden gelegen hat. Und vom Niederschlag. Selbst ein Spezialist kann die echten Bohnen nur unter dem Mikroskop oder mit dem Aromaprofil einer gaschromatografischen Analyse erkennen.

Das Ende der Kaffeefahrt: Tee

Wie es sich für eine Kaffeefahrt gehört, haben auch wir etwas gekauft. Tee. 250 Gramm roten Ingwer.

Da nicht jeder hergelaufene Tourist den Kopi Luwak bezahlen kann oder will, offerierte unser Gastgeber Jambe Asri eine Palette preiswerterer Sorten (Ginseng-Kafffee, Bali-Kaffee, Kokosnuss-Kaffee) sowie verschiedene Tees zum Probieren: Kräutertee, Zitronengrastee, Vanilletee, Ingwertee, Zitronentee, Tee von der Roselle.

Und da müssen wir sagen: Der Tee war die wahre Offenbarung.

Denkmal für den Kafffe-Produzenten (Foto: B. Linnhoff/Faszination Fernost)

Der Fleckenmusang – in Stein gemeißelt (Foto: B. Linnhoff/Faszination Fernost)