Thailands Hauptstadt wird zur Kunstgalerie

Polka dots sind ihr Markenzeichen, auf Deutsch Punktmuster.  Tüpfelchen für Tüpfelchen wurde Yayoi Kusama zum hochgehandelten Liebling der internationalen Kunstszene. Die heute 89-jährige Japanerin ist eine(r) von 75 einheimischen und internationalen KünsterlInnen der ersten Bangkok Art Biennale; die Veranstaltung läuft noch bis zum 3. Februar 2019.

Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff

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Frei nach dem Motto, dass man die Fans dort abholen muss, wo sie sich am ehesten aufhalten, stehen viele der Objekte in Tempeln oder auch in den größten Einkaufszentren der thailändischen Hauptstadt. Kunst ist ja immer auch Markt. Und die ungewöhnlichen Ausstellungsorte erweisen sich schon jetzt als gute Wahl. Denn die Menschen dort, eigentlich aufs Beten eingestellt oder aufs Shoppen,  nehmen die Kunstwerke durchaus wahr. Erst recht, wenn sie zum Selfie oder zum Posten auf Instagram geeignet scheinen.

„Big Mango“, wie Bangkok auch gerne genannt wird, versucht sich nun für gut drei Monate als riesige Galerie. Viele Objekte sind open air zu bewundern und trotzen dort Wind und Wetter.

Das Boot der Hoffnung

Kunst muss nicht politisch sein, ist es aber oft. Anlass gibt es immer. Auch Südostasien muss sich mit dem Thema Flüchtlinge auseinandersetzen. Vor allem wegen der Geschehnisse in Myanmar, wo 700 000 muslimische Rohingya vom Militär ins benachbarte Bangladesch vertrieben wurden, begleitet von Mord, Vergewaltigung und der Zerstörung der Dörfer.

Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff

Das „Boot der Hoffnung“ von Jittima Polsawek ist fragil, es steht vor dem Bangkok Art und Culture Centre (BACC), nur wenige Meter entfernt von der Bambus-Skulptur „Alien Capital“ (Fremde Hauptstadt“) von Sornchai Phongsa. Als Sohn illegaler burmesischer Immigranten hat Sornchai ein Thema gewählt, das ihn im Kern beschäftigt; burmesische Wanderarbeiter fertigten die Skulptur, die eher einem Gefängnis gleicht, unter seiner Anleitung.

An der Außenfassade des BACC hängt unübersehbar das Werk eines deutschen Künstlers und verweist auf seine Kollektion „Asian Workers Covered“: Ralf Tooten, ein vielfach ausgezeichneter Fotograf, lebt seit vielen Jahren in Bangkok.

Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff