Seit dem Coup im Mai bemüht sich Thailands regierende Junta, mit diversen Maßnahmen und Erklärungen das schwindende Vertrauen der Touristen in die Urlaubsdestination Thailand zu reanimieren. Bei meinem jüngsten Bangkok-Aufenthalt durfte ich erleben, wie dieses Bemühen beim thailändischen Bodenpersonal ankommt: Offensichtlich gar nicht.

Die Dependance der Salil-Hotels in der Sukhumvit Soi 11 wirkt ein wenig eingequetscht zwischen den Restaurants und Bars der unmittelbaren Nachbarschaft. Das warme Licht der Hotel-Fassade wirkte auf mich immer einladend, wenn ich daran vorbei ging, die Homepage ebenso. So buchte ich also von Chiang Mai aus telefonisch für vier Nächte.

Man sollte ein Buch nicht nach dem Umschlag beurteilen und ein Hotel nicht nach der Fassade. Es dauerte fünf Minuten, dann war das „Salil“ für mich ein Synonym für „Misstrauen“. Ich musste für die vier Nächte im Voraus bezahlen (in diesem Fall 8 800 Baht, ca. 210 Euro) und dazu 1 000 Baht Anzahlung für den Fall, dass ich z. B. etwas aus der Minibar nähme. Das „Salil“ traut offenbar seinen Gästen nicht. Es mag an der Lage liegen, nur ca. 200 m von der BTS-Station Nana entfernt; die Soi 11 ist eben – auch ohne Go-Go-Bars – eines der nächtlichen Zentren Bangkoks.

Die Internetverbindung war ebenso unberechenbar wie die Armaturen im Bad; dort war mal der rechte Hebel Quelle des warmen Wassers (Waschbecken), mal der linke (in der Dusche). Nach nur zwei Jahren Betrieb wirkte mein Zimmer schon recht abgewohnt.

Beim Auschecken bestellte ich ein Taxi zum Flughafen Suvarnabhumi. Das Gepäck war bereits eingeladen, ich saß im Fond und bat den Fahrer, den Taxameter einzuschalten. „Oh no, me not meter“, lautete die Antwort. Es stellte sich heraus, dass sich die Salil-Rezeption mit dem Fahrer auf einen Fixpreis von 400 Baht geeinigt hatte, ohne mich auch nur zu fragen. In angemessener Lautstärke teilte ich den Rezeptionistinnen und dem Fahrer mit, was ich von ihrem Deal hielt.

Das nächste Taxi hielt an, „Taxameter Airport Suvarnabhumi“ fragte ich, der junge Fahrer, verspiegelte Sonnenbrille, nickte kurz. Gepäck in den Kofferraum, Anfahrt. Der Gegelte streichelte sein giftgrünes Formel 1-Lenkrad, doch erst nach neuerlicher Aufforderung warf er die Uhr an. Dann gab ich ihm 80 Baht für die Highway-Maut (75 Baht); die fünf überzähligen Baht behielt er schweigend ein. Am Flughafen bezahlte ich exakt 320 Baht; mit den fünf Baht, die er mir vorenthalten hatte, hatte er auch die Höhe seines Trinkgeldes bereits definiert, wie ich ihm erklärte. Daraufhin stellte er sich dumm, was ihm mühelos gelang.