42 m hoch – der Buddha als Sitzriese

Er blickt herab auf die Hauptstadt, und von dort aus sieht man ihn hoch oben auf dem Berg: Mit 42 Metern lichter Höhe outet sich der Buddha Dordenma als Sitzriese. Eigentlich müsste das Bauwerk seit zwei Jahren fertig sein, doch ein Ende der Arbeiten ist nicht in Sicht. Die Einzelteile kommen aus dem benachbarten Sikkim, die Arbeiter zumeist aus Indien. Schon jetzt pilgern viele Bhutaner auf den Berg, obwohl der Buddha von einem Gerüst gestützt werden muss.

Irgendwann wird Dordenma in seinem Inneren 100 000 vergoldete Buddhas à 20 cm beherbergen und 25 000 Exemplare von 30 cm Höhe. Die Fortschritte des Projektes, dessen Baukosten zum Ende sicher deutlich über 100 Millionen Dollar liegen bzw. sitzen werden, sind auf der offiziellen Homepage in Wort, Bild und Videos zu verfolgen.

National Memorial Chorten

Diese Gedenkstätte wurde 1974 für den langjährigen, enorm populären Regenten Jigme Dorji Wangchuck (1928–72) gebaut. Wie eng die Verbindung der Bhutaner zu ihrem dritten König und zugleich zum buddhistischen Glauben ist, zeigen Tag für Tag vor allem die Alten, die nicht mehr Erwerbstätigen. Während die Kinder auf dem Weg zur Schule in die Anlage hinein- und nach kurzem Gebet wieder herausflitzen, schlurfen die Senioren bedächtigen Schrittes heran, umkreisen die Stupa dreimal und verweilen anschließend Stunden bei den Gebetsmühlen im Hof.

Buddhisten gehen links um die Gebetsmühlen herum, bevor man sie auch noch auf links dreht. Rund um die Stupa heißt es ebenfalls: immer links herum, im Uhrzeigersinn. Ein Gebet im Gehen, mit einer Art Rosenkranz in den Händen, um nach dem Tod in ein besseres Leben hineingeboren zu werden. Vielleicht dann sopgar rechtsdrehend.

Wie Sie sehen, sehen Sie wenig

Auf dem Weg von Timphu nach Punakha wird die Luft dünner, denn wir müssen über den Dochu La (Dochu Pass). 3050 m über dem Meeresspiegel stehen 108 Pagoden im Kreis, sie sollen an die Gefallenen eines Freiheitskampfes erinnern. Andere Quellen besagen, sie seien zu Ehren des vierten Königs Jigme Singye Wangchuk erbaut worden. Wem auch diese Version nicht gefällt, dem sei eine dritte offeriert: Königin Ashi Dorij Wangmo Wangchuk ließ die 108 Stupas zu Ehren der siegreichen Armee Bhutans errichten.

Von hier hat man einen ausgezeichneten Blick auf den Ost-Himalaya mit dem Gangkar Punsum, dem mit 7 550 m höchsten Berg Bhutans. Ja nach Witterungslage natürlich, und so sehen wir an diesem Tag bei Nebel und Dunst gerade mal 100 Meter weit in den Bergwald hinein mit seinen Flechten und Gebetsfahnen.

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