Was wird aus Lin Ping?

Kaum ist Thailands Neujahrsfest Songkran mit seinen Wasserschlachten vorbei, kaum ist das Land wieder trocken hinter den Ohren, da konzentriert sich die Regierung auch schon auf das Wesentliche. Premierministerin Yingluck verhandelt mit China, und Thailand, speziell Chiang Mai hält den Atem an: Darf Lin Ping länger bleiben oder muss sie bald nach China, wie es der Vertrag vorsieht?

Lin Ping ist beliebter als jeder Popstar – der erste Riesenpanda, der auf thailändischem Boden geboren wurde. Am 27. Mai feiert das Mädchen seinen vierten Geburtstag, und dann wird es kritisch.

Das Elternpaar Chuang Chuang und Lin Hui wurde 2003 von China für zehn Jahre an den Zoo in Chiang Mai ausgeliehen, zur Zucht. Pandas gelten als ausgesprochene Sexmuffel. Daher ist Nachwuchs in Gefangenschaft keine Selbstverständlichkeit. Folglich wurde Lin Pings Geburt 2009 gefeiert fast wie Songkran. Laut Vertrag aber muss  jeder Sprössling aus Chiang Mai nach dem vierten Geburtstag nach Sichaun abgegeben werden, ans Forschungszentrum für Riesenpandas. Ein Drama für die Thais.

130416_4 Lin-PingLin Ping hatte nach der Geburt drei Jahre lang einen eigenen Fernsehkanal, der 24 Stunden live in Thailands gute Stuben übertrug, wie die Kleine Bambus frass, mit Mutter Lin Hui kuschelte oder sich von links auf rechts wälzte. Reality-TV in Zeitlupe, mit erstaunlichen Einschaltquoten. Der Chiang Mai Zoo erhob für die Panda-Familie separaten Eintritt und kassierte viele Millionen Baht.

Lin Pings Erzeuger sollen im Oktober zurück nach China, dann läuft ihr Zehnjahres-Leihvertrag aus. Doch Premier Yingluck äusserte sich zuversichtlich, dass alle Verträge verlängert werden.

Link zu Panda-Zoos in aller Welt

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Update 7. August 2014: Pandas bleiben in Chiang Mai