Es lächelt der See, er ladet zum Essen

Mag sein, dass der Thailänder gerne in der Natur ist. Sicher ist, dass er gerne in der Natur isst. Weil er er überall gerne isst; die Bühne spielt keine Rolle. Der Huay Tung Tao See liegt vor der Haustür Chiang Mais, knapp zehn Kilometer nördlich vom Zentrum. Die Einheimischen lieben den See; nur wenige Touristen finden den Weg hierher. Man kann in diesem See schwimmen, ihn auf dem Rad umrunden oder im Laufschritt.

Vor allem aber locken kleine Holzhütten auf dem Wasser, in denen der Mensch nur sitzen oder kauern kann. Die Tische können nur deshalb stehen, weil ihnen herzlose Handwerker die Beine bis auf Stümpfe weggesägt haben. Einmal am Boden, gibt es für den Gast kein Zurück mehr. Unsere Freundin Li tauschte nur wenige Worte aus mit der Wirtsfrau, wenig später trug der Tisch die Last trotz seiner kurzen Beine mit Würde: Fisch, scharfer Papaya-Salat (Som Tam), Meeresfrüchtesalat, Eier, Pad Thai und und – die anderen Gerichte hatten wir bereits verspeist, als ich mir die ersten Notizen machte.

Nachdem wir das Essen abgeräumt hatten und die Wirtsfrau das Geschirr, blieb genügend Zeit für eine Runde Joggen oder Radfahren. Wir aber wollten ganz bewusst den Augenblick genießen und schauten einfach nur über den See.

https://www.facebook.com/huaytuengthao

140730_Huay-Tung-Dao-Foto-Der-See