Auch fürs Reisen gilt: Manchmal sieht man umso mehr, je weniger man sich bewegt. Das Straßentheater der Altstadt Hanois genossen wir mit wenigen Ausnahmen stets vom selben Platz aus – vor dem Lokal mit dem typisch vietnamesischen Namen „Dolce Vita“. Oder an der für ihr Chaos bekannten Kreuzung der Straßen Ta Hien/Luong Ngoc Quyen. Wer es einen Hauch ruhiger haben möchte, spaziert durch die Gassen der Nachbarschaft, wo der sinnliche Charme des alten Indochinas auch motorisierter Moderne trotzt und den Touri-Kneipen und Discos.

Nhan führt mit ihrem Lebensgefährten Olivier die kleine „Fat Cat Bar“ in der Altstadt, Nhung bedient hinter dem Tresen. Beide verstehen die Globalisierung auch privat: Nhans Partner Olivier ist Franzose und lebt seit drei Jahren in Hanoi, nachdem er zuvor sieben Jahre in Kanada verbrachte; Nhungs junger Freund kommt aus Deutschland und arbeitet derzeit als Reiseführer in Laos.

Besuch beim Nationaltrainer

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Falko Götz ist derzeit Trainer der Fußball-Nationalmannschaft Vietnams. Da wir uns schon länger kennen, rief ich ihn auf dem Handy an: „Hallo Falko, ich würde dich gerne mal wieder sehen.“ „Das wird schwer, ich bin in Hanoi.“ „Ich auch.“ So trafen wir uns an zwei Abenden. Derzeit bereitet er Vietnams U23 auf die prestigeträchtigen South-East-Asian-Games (SEA Games) vor.

Falkos Teint deutet an, dass er viel auf dem Feld arbeitet. Für seine Verpflichtung durch die Vietnamesen im Mai 2011 hatte sich auch der deutsche Botschafter und Fußballanhänger Rolf Schulze stark gemacht. Er hat Hanoi inzwischen verlassen und repräsentiert unser Land nun in – jawoll, Thailand. Dort outete er sich ohne Zwang als Fan des Karlsruher SC, was einen Gesprächspartner in Bangkok ganz besonders freute: Den aktuellen Nationaltrainer Thailands, einen gewissen Winni Schäfer.

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