Und da, ich traue meinen müden Augen kaum, ein schmaler Band mit dem Titel „Schmuckmuseum Pforzheim“. Wie mag dieses Werk nach Bangkok gefunden haben?

Es gibt noch immer Optimisten, die Buchhandlungen eine Chance geben. Die hoffen, dass in dem alten Hund Print noch ein Funken Leben steckt. Einer dieser analogen Romantiker ist Shane Suvikapakornkul von Serindia Gallery and Publishing. Er baut auf Läden, in denen man in Büchern blättern kann. Um sie anschließend – hoffentlich – nach Hause zu tragen. 2012 eröffnete Shane im Bangkok Art and Culture Centre Hardcover – The Art of Book Shop.

Ein ehrenwertes, ein spannendes Unternehmen. Es führt jene Bücher, die im Englischen coffee-table books genannt werden. Aufwendig und meist mit Liebe und Leidenschaft produzierte (Bild-)Bände, die sich der Kunst in allen Erscheinungsformen widmen: Malerei, Bildhauerei, Architektur, Design, Fotografie, Film, Musik, Mode.

Das thematische Spektrum reicht von Ai Weiweis „Circle of Animals“ über „30 Heritage Buildings of Yangon“ zu Art of Southeast Asian Textiles. Dazu Reisebücher, Kataloge etc. Vielleicht ist es genau diese einzigartige Kombination von Optik, Haptik, Gewicht und Substanz, die diese Art Bücher davor bewahrt, eines Tages ausschließlich auf digitalen Plattformen zu landen.

Es grenzt auch an Kunst, im „Hardcover“ zu stöbern und den Laden ohne Beute zu verlassen. Mir ist das nicht gelungen. Ein Mal habe ich zugeschlagen: „Brave New Burma“ von Nic Dunlop.

Wer sich einen Teil des „Hardcover“-Angebots online anschauen oder bestellen will, kann dies hier.

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100 000 Bücher: Bangkok gegen den Trend
Phnom Penh: S 21 – das brutale Erbe der Roten Khmer
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Buchtipp: BURMA
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