Volltreffer im Netz

Ich mag Hotels, die mir Geschichten erzählen. Über das Haus, die Stadt, die Region. Mit Indochina verbinde ich immer auch eine diffuse, latent verführerische Vergangenheit. Eine Ära, die in Laos an vielen Stellen unversehrt in die Gegenwart hineinreicht. Auch in der Hauptstadt Vientiane, die nur durch den Mekong vom Nachbarn Thailand getrennt ist.

160110_Map_Laos

Im Juli 2009 besuchte ich Vientiane nicht zum ersten Mal. Doch erstmals nahm ich Quartier in Lani`s Guesthouse. Gefunden durch Zufall im Netz; die Zimmerpreise lagen zwischen 25 und 40 Dollar. Als ich die Lobby betrat wusste ich, dass ich einen Volltreffer gelandet hatte. Und das nicht nur, weil auf dem Tresen ein so funktionsfähiges wie anheimelndes Bakelit-Telefon stand, mit Hörer, mit Wählscheibe – die Älteren werden sich erinnern.

Die Liebe zum Detail

160110_Lobby

Ich kam in ein Haus, das Eigner Michel Marcel Saada mit sachverständiger Liebe zum Detail eingerichtet hat; erbaut um 1950, nun ein Bed&Breakfast Hotel mit gut abgehangenem kolonialem Charme und unaufdringlichem Service.

Atmosphärisch geprägt von zeitgenössischer (und käuflicher) Kunst – in den Teakholzskulpturen und ausdrucksstarken Fotos verschmelzen Gegenwart und Vergangenheit. Was, wie gesagt, in Laos nicht so schwer ist.

Nur 15 Minuten vom Flughafen entfernt, liegt das Lani`s liegt ein wenig versteckt, in unmittelbarer Nachbarschaft des Wat (Tempel) Hai Sok und doch zentral – nur einen Steinwurf weit von der Rue Setthathirat mit ihren alten Bäumen und neuem Verkehr.

160110_ Lanis_Tempel

Eine gleichwohl ruhige, weil dem Verkehr abgewandte Lage. Strategisch optimal für jeden, der zu Fuß Restaurants, Cafés, Livemusik, phantastische Tempel, Buch- und Kunstläden und Boutiquen erkunden will. Oder ein Büro der Lao Airlines, die laotische Nationalbank und die National Cultural Hall. Oder den Markt am Mekongufer und die Bar Bor Pen Yang (auf Deutsch: Macht nichts).

160110_Map_Lani

Es ist tatsächlich so: Vientiane an einem Tag, das heißt einmal die Rue Setthathirat rauf und runter. Wer`s nicht glaubt, der schaue auf diese Karte.

160110_Lanis_I_Beam

Für den Abend empfehle ich die I-Beam-Bar mit ihrer lebendigen Mischung aus Einheimischen, Expats und bezaubernden Musikern; im ersten Stock residiert das Feinschmeckerlokal Le Silapa, welches völlig zurecht so bezeichnet wird. I-Beam/Silapa sind zwanzig Meter entfernt vom Lani`s, gleich am Eck der Hauptstraße. Ein Hinweis für den Fall, dass es mal etwas später wird.

Lani`s House by the Ponds

Inzwischen hat meine Lieblingsunterkunft aufgerüstet. Im Namen – aus dem Guesthouse wurde Lani`s House by the Ponds -, in der Einrichtung der zehn Zimmer und im Nachzug natürlich auch bei den Preisen. Zwischen 45 und 90 Dollar kosten die Zimmer nun, keine Schnäppchen mehr und doch angemessen. Und wenn ich das nächste Mal nach Vientiane reise, werde ich einmal mehr im Lani`s Quartier nehmen. Falls etwas frei ist.

Karten: lonely planet , Qwertywriter