KK: Aus Palmöl wird Beton

Wo einst Borneos Dschungel wild wucherte, hat nun alles seine Ordnung: Die Palmen stehen in Reih und Glied und produzieren Palmöl. Der Lebensraum der Orang-Utans und Nasenaffen schrumpft.

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Neubauten in Kota Kinabalu. Foto: Daily Express

Die wachsenden Profite aus den wachsenden Palmöl-Plantagen müssen irgendwo hin, und so wachsen sie in den Himmel über Kota Kinabalu. Die bei unserem ersten Besuch noch eher beschauliche Kapitale des malaysischen Bundesstaates Sabah boomt, und zwar exakt so, wie man sich einen zeitgenössischen Boom vorstellt: Mehr Autos, mehr Beton, mehr Stahl, mehr Glas – mehr Hochhäuser, mehr Einkaufszentren.

KK, wie die Einhemischen sagen, erhielt erst 2000 den Status einer Stadt – und scheint nun jeden Tag neu beweisen zu wollen, dass es diesen Status verdient.

Vor langen Jahren hieß dieser Ort Singgah Mata – „wo die Augen gerne verweilen“.

Zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft trug KK den Namen Jesselton, nach Charles Jessel, einem englischen Manager der North Borneo Chartered Company. Das Jesselton Hotel bewahrt bis heute die Erinnerung ans koloniale Erbe, und nach zwei kurzen Gastspielen dort empfehlen wir dieses Hotel gerne: Freundliches Personal, angemessene Zimmerpreise sowie zentrale Lage in der Gaya Street, die früher als Bond Street firmierte.

Muslimischer Alltag prägt die Optik in den Straßen Kota Kinabalus; die Menschen sind, wie stets in Malaysia, auf eine selbstverständliche Art freundlich und hilfsbereit; am Tag und am Abend gibt es auch für die internationale Kundschaft reichlich gute Restaurants (Little Italy, nicht weit vom Hotel, der beste „Italiener“ außerhalb Italiens, so die Eigenwerbung) und Kneipen, vor allem an der „Waterfront“ mit Blick aufs Südchinesische Meer.

Wir wollten unbedingt mit der wiederbelebten North Borneo Railway vier Stunden über Land fahren; gezogen von einer der weltweit letzten mit Holz befeuerten Lokomotiven. Doch ihre Räder drehen sich nur mittwochs und samstags; mit unserem Aufenthalt von Sonntag bis Dienstagmorgen hatten wir dem offiziellen Fahrplan nur schlechtes Timing entgegenzusetzen.

Frühstück mit Glück

So fuhren wir mit dem Taxi raus aus der Stadt zum Yachthafen, um im Sutera Harbour Resort zu frühstücken. Unsere Bestellung wurde aufmerksam registriert, damit hatt es sich schon. Denn wir waren weder Hotelgäste noch Clubmitglieder. Schließlich aber genehmigte uns der freundliche Manager eine einmalige Ausnahme. Als wir uns nach dem Frühstück mit einem heiteren „See you tomorrow“ verabschiedeten, schien er seine Großzügigkeit für einen Moment zu bereuen.

Einer der schönsten Gründe, nach Kota Kinabalu zu fliegen, ist Gaya Island. Und das war unser eigentliches Ziel.

Gaya Island Borneo

Ein LInk zum Thema: Kota Kinabalu für Backpacker

Fotos: B. Linnhoff, Homepage „The Jesselton“, Daily Express