Nichts tun ist auch keine Lösung

Mein kümmerlicher gedruckter Lesevorrat (2 Bücher und ein paar Magazine) ging schnell zur Neige. Was kann man als Solist (eine seltene Spezies hier) tun auf Koh Kood außer nichts? Im weißen Sand liegen, schwimmen im kristallklaren Wasser natürlich, Kajak fahren in den Buchten und kleinen Flüssen, Schnorcheln, Tauchen oder auch per Speedboat von Insel zu Insel hüpfen, zu den Kleinoden in der Nähe: Koh Wai, Koh Kradad, Koh Rayang, Koh Laoya und Koh Mak, von der Sunday Times schon 2006 zu den „World`s Top Ten Secret Beaches“ erkoren.

Wasserfall Khlong Chao Koh Kood (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Ich mietete einen Motorroller für 300 Baht (ca. 7,50 Euro am Tag), eine gute Wahl. Das ideale Gefährt, um ein Paradies zu entdecken – so oder ähnlich muss es auf Phuket oder Samui gewesen sein vor 30 Jahren. Im Inselinneren dichter Dschungel, Wasserfälle, Palmenhaine, nur hin und wieder unterbrochen von Kautschuk-Plantagen. Phantastische Strände vornehmlich an der Westküste, Resorts von einfach bis luxuriös, eingepasst in die natürliche Umgebung. Drumherum: Nichts. Okay: Kleine Supermärkte, zwei Schulen, ein staatliches Krankenhaus und eine Tankstelle, die man erst einmal finden muss. Die Elektrizität wird aus Solarkraft gewonnen. Kein Geldautomat. Bitte? Jawohl, kein ATM Automat, an dem man frisches Geld zapfen könnte.

Wasserfall Khlong Chao auf Koh Kood (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Von seiner Abgeschiedenheit, von seiner vermeintlichen Rückständigkeit und dem Mangel an künstlich geschaffenen Highlights profitiert das Eiland Koh Kood bis heute. Wie lange noch?

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Früher brauchte es mindestens sieben Stunden vom 82 km entfernten Laem Sok Pier nahe Trat, heute sind es anderthalb mit dem Speedboot, zwei Anbieter teilen sich die Kunden: Koh Kut Express (T: +66 90 506 0020 und +66 87 785 7695) sowie Boon Siri High Speed Ferries.

Noch gibt es nur etwa 100 Autos auf der immerhin 105 Quadratkilometer großen Insel, Pick-ups meist, zum Transport von Touristen oder Material. Bisher haben sich die etwa 2000 Einheimischen erfolgreich gegen regulären Autoverkehr gewehrt. Wann fällt diese Bastion? Denn die Insel verändert sich, seit Jahren und immer schneller. „Wird Koh Kood das Samui der Neuzeit?“, fragte schon die New York Times 2010, die ihren Lesern das Eiland dennoch empfahl. Aus Überzeugung und aus immer noch triftigen Gründen, wie die Bilder zeigen.

Jahreswechsel auf Koh Kood (1) – Abschalten im Paradies
Koh Kood (3) – Brangelina und Becks
Von Koh Kood nach Koh Chang