Vom Paradies zur Destination?

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Meow’s Massagesalon

Bob ist Kanadier, Mittvierziger. Sieben Monate im Jahr verdient er gutes Geld auf einem Ölfeld in Übersee, den Rest des Jahres verbringt er auf Koh Kood. Seine thailändische Frau Meow (sprich: Miau) betreibt etwa zehn Meter von der Ringstraße entfernt einen Massagesalon – ein großes Wort für die Matratzen im Erdgeschoss des rustikalen Holzhauses. Aber: Die Massagen sind hervorragend, hin und wieder springen die Frauen gar als Aushilfen im Resort „Soneva Kiri“ ein, wo nicht nur beim Massieren von Nacken, Schulter und Weichteilen allerhöchstes Niveau Pflicht ist.

 

 

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Auf Koh Kood wird der Raucher noch geachtet

Seit zehn Jahren lebt Bob auf Koh Kood, an seiner (Lebens-)Erfahrung darf ich nippen. „Meine Frau nehme ich nie mit nach Kanada“, meint er beiläufig, „das habe ich mit einer früheren mal gemacht. Die fahren als Thailänderin hin und kommen als Kanadierin zurück. Brauche ich nicht.“

Mit diesem Thema ist er durch, mit der Insel noch nicht: „Wenn ich sehe, was sich hier allein in den letzten vier Jahren verändert hat, kann ich mir die Zukunft vorstellen“, sagt er, „ich werde in den Dschungel gehen, ins Inselinnere, mir dort ein Haus bauen und Zeltplätze für Leute anbieten, die zumindest im Urlaub nur Natur erleben wollen. Absolute Ruhe.“

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Cham`s House auf Koh Kood

„Man möchte ja, dass alles so bleibt wie es ist“, erklärt Manuel Lang im Interview mit dem Magazin „Der Farang“. Der gebürtige Kölner kümmert sich als General Manager um die Luxusanlage Cham`s House am Klong Hin Beach und weiß, dass sein Wunsch Illusion sein wird. Flughafen auf der Insel, Autofähren, Stromkabel vom Festland – das sind die drohenden, die gängigen Verbesserungen der Infrastruktur, die ein Paradies zur Destination verändern.

Ketten wie Amari oder Central haben auf Koh Kood Land gekauft, der Rest scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Im Moment ist noch Platz für die komplette Bandbreite, für Unterkünfte vom Zelt bis zu den Villen mit Pool des Cham`s House.

Und dann gibt es da noch das Soneva Kiri (Bildergalerie für den ersten Eindruck). Eines der besten Resorts der Welt, sagen Kenner. Eine Welt für sich auf 41 Hektar im Nordwesten Koh Koods. Die Preise für die Poolvillen beginnen bei etwa 1 200,- Euro pro Nacht, ein romantisches Rendezvouz für ein verliebtes Paar in der Cliff Pool Villa Suite liegt bei ca. 2000 Euro pro Nacht und gilt als Schnäppchen. Eine achtsitzige Cessna fliegt die Gäste aus Bangkok zum Privatflughafen auf der kleinen Insel Koh Mai, von dort aus geht es mit persönlichem Butler per Golf Buggy und zuletzt mit dem Speedboot zur Anlage.

Das Soneva Kiri, 2009 eröffnet, will maximalen Luxus mit maximal möglicher Nachhaltigkeit verbinden – ein ambitioniertes Unterfangen. Prominenz soll sich mit Millionen Dollar in die 400 bis 770 qm großen Privatresidenzen des Resorts eingekauft haben. Die, so geht die Sage, können ab 10 000 Euro pro Nacht auch von den ganz normalen Reichen gebucht werden. Angelina Jolie, Brad Pitt, Madonna und David Beckham werden als Investoren genannt. Ihre Namen fallen mit beeindruckender Regelmäßigkeit, wenn Luxusresorts oder gleich ganze Inseln Wertsteigerungen erfahren sollen. Und doch, in diesem Fall, verbürgen sich glaubwürdige Quellen für das Investment der Stars.

Jahreswechsel auf Koh Kood (1) – Abschalten im Paradies
Koh Kood (2) – Thailands letzter Inselschatz?
Von Koh Kood nach Koh Chang