Khun Lek: Rezepte von der Oma und heiße Musik

Ka Jok See Restaurant Phuket Town (Foto: Faszination Fernost/Bernd Linnhoff)

Der DJ war schon etwas älter. Doch seine Mischung aus Electronic Dance Music, House, Burlesque und Pop-Klassikern trieb die Gäste über Stunden auf die improvisierte Tanzfläche und selbst mich. Mehr geht nicht. Reichlich nach Mitternacht ging ich zu ihm und gab ihm 1000 Baht Trinkgeld (umgerechnet damals etwa 25 Euro). Er blickte mich fragend an, und ich sagte: „Great music!“ Da lächelte er und bedankte sich.

Freund Uwe „Disco“ Wojatzek und ich waren für drei Tage auf Phuket, um den Abschluss des Vegetarischen Festivals zu erleben. Am Abend ging es ins Ka Jok See. Welch ein Abend, welch eine Nacht!

Wir wussten nicht, dass wir im populärsten Restaurant von Phuket Town gelandet waren. Geführt von Khun Lek (Ka Jok See bedeutet „Fenster mit Glasmalereien“). Als junger Mann studierte Lek Business in den USA. Nach seiner Rückkehr startete er das Restaurant in einem restaurierten sino-portugiesischem Haus. Mit den Rezepten der Großmutter und seinem ureigenen Konzept:

Für 1 200 Baht kann der Gast vom ausgewählten Gericht soviel bestellen, wie er/sie will. Moderne und doch einladende Einrichtung in weichem, warmem Licht. Gegen 21 Uhr werden Tische und Stühle an die Wand gerückt. Und dann geht`s ab. Die attraktiven Kellner fordern die weiblichen Gäste zum Tanz, die Kellnerinnen die Männer. Mittendrin und sehr lebendig dabei: Die Chefköchin. Ein Abend wie ein Überraschungsei.

21 Uhr. Partytime!

Das Ka Jok See braucht weder Werbung noch Hinweisschilder. Es liegt in einer ruhigen Seitenstraße, der Eingang verbirgt sich hinter einem Wall tropischer Pflanzen.

Da es uns so am ersten Abend so gut gefallen hatte, stürmten wir 24 Stunden später wieder rein. Rechtzeitig zum Abendessen und auf Party geeicht, die wie gewohnt um 21 Uhr begann.

Irgendwann stellte mir irgendwer Bonnie Anderson vor, Jazzsängerin aus New Orleans, auf Phuket zu Hause. Wir tanzten ein wenig, und sie erzählte mir vom Hausherrn.

„Khun Lek weiß, wie man eine Party anheizt. Er ahnt, was die Leute hören wollen. Hier habe ich einige meiner schönsten Nächte verbracht. Gegessen, getanzt, und gesungen habe ich hier natürlich auch schon oft.“ Dann zeigte sie in Richtung Khun Lek.

Ich schwitzte nicht schlecht. Khun Lek war der etwas ältere DJ, dem ich am Vorabend generös 1000 Baht Trinkgeld in die Hand gedrückt hatte. Der Gründer des Lokals, der Eigentümer. Der Boss.

So ging ich zu ihm und sagte: „Sorry, Khun Lek, aber gestern Abend fehlten mir ein paar Informationen.“ Er lachte und sagte: „Warte hier. Ich habe etwas für dich.“ Dann ging er in den ersten Stock hinauf. Nach kurzer Zeit kam er zurück und drückte mir eine CD in die Hand: „Ich habe mir gedacht, dass du wiederkommst. Deshalb habe ich dir eine CD mit meiner Musik gebrannt, die dir so gut gefallen hat.“

Fotos: Uwe Wojatzek, Bernd Linnhoff und Willy Thuan, der auch den großartigen Blog „Phuket 101“ produziert.

Karte: Fullmoon Brewwork