Knorr am Tempel in Vientiane

Vientiane, Laos

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Die Dame kramt in ihrer Handtasche und in ihrem Gedächtnis. „No, sorry“, sagt sie dann. Der Name Franz Beckenbauer sei ihr nicht bekannt. Wir zeigen auf den Schriftzug „Knorr“. „No, sorry, Knoll I not know.“

Es hätte uns auch überrascht. Die beiden wackeligen Bänkchen stehen am Tempel Si Saket in Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Gesponsert von Knorr und Lux (Seife), von zwei traditionell sehr deutschen Produkten also. Die steinernen Bänke stehen dort schon seit 1969, wie eine blasse Inschrift zeigt.

Drei Jahre zuvor hatte Franz Beckenbauer die Fleischklößchensuppe von „Knorr“ in Deutschlands Wohnzimmer gelöffelt, im TV-Spot „Kraft in den Teller – Knorr auf den Tisch“. Für 12 000 Mark; es war der Grundstein zur Karriere als Werbekaiser. Doch was wollten Knorr und Lux in Laos? Schon damals die Welt erobern mit globalem Marketing? Ex Oriente Lux: Das Licht kommt aus dem Osten, die Seife aus dem Westen?

War Knorr-Testimonial Beckenbauer zum Markenlaunch etwa persönlich in Laos? 1969? Zur Hoch-Zeit des Vietnamkriegs, als amerikanische Bomber alle acht Minuten eine komplette Flugzeugladung übe dem kleinen Land abwarfen, 24 Stunden am Tag?

Wir hätten es wohl erfahren. Bleibt die Frage, ob Franzens Double Hans-Georg „Schorsch“ Aigner damals in Südostasien unterwegs war.  Aigner – „Der Mann, der Franz Beckenbauer war“ – vertrat den Kaiser bekanntlich bei zahllosen Terminen weltweit, wie Olli Dittrich im ARD-Stück auf Youtube eindrucksvoll dokumentierte.

Wir hätten Schorsch Aigner gerne mit den Fotos konfrontiert, aber er war für eine Stellungnahme leider nicht zu erreichen.