Premier verhindert Schmuggel nach Dubai

Das Flugzeug der Emirates Airlines stand am Flughafen Wattai von Vientiane. Startbereit, eingestellt auf schwere Fracht. Auf 13 Elefanten, die zu einem Safari-Park in Dubai geflogen und geschmuggelt werden sollten. Doch manchmal ist die 13 eine Glückszahl. In diesem Fall für die Elefanten. Sie blieben in Laos.

„Thirteen Elephants knocking on heaven`s door“, titelte die Vientiane Times euphorisch. Die Nachricht schien zu schön, um wahr zu sein. Doch sie stimmte. Der laotische Ministerpräsident Thongloun Sisulith hatte in einer historischen Entscheidung beschlossen, den nächsten illegalen Export ins Ausland zu unterbinden.

After being here for about a year now, Boua Bahn is definitely doing better. He is still coming in for treatment on a daily basis to get his wound cleaned and drained, but his blood values are looking great (Text+Fotos: Elephant Conservation Center)

Die Gesetzte gegen illegalen Tierschmuggel sind jüngst verschärft worden und werden anscheinend auch angewendet. Skepsis ist jedoch immer angebracht. Vor allem angesichts der engen Verbindungen zwischen Laos und dem Nachbarn China, wo aus den verschiedensten Gründen eine immense Nachfrage nach lebenden und toten Wildtieren besteht, wie dieser Bericht zeigt, einer von vielen.

Photo: Elephant Conservation Center, Sayabouri, Laos

Mae Kham Vone and Do Khoun Mouane were on their way to the Dubai Zoo. Before coming to the Elephant Conservation Center, they were forced to learn circus tricks. You can still see the marks on their heads from the mistreatment (Text+Foto: Elephant Conservation Center)

13 Elefanten scheinen auf den ersten Blick kaum erwähnenswert in einem Land, das einst „Land der Million Elefanten“ genannt wurde. Heute leben dort noch etwa 400 wilde und 450 domestizierte Elefanten.

Die Wanderung der 13 für Dubai avisierten Riesen über 150 Kilometer von Thongmixai zumt Elephant Conservation Center in Sayabouri wurde zur Karawane der Hoffnung. Und mit einem Schlag war die Herde im Conservation Center doppelt so groß. Raphaël Surber hat die ganze spannende, hoffnungsfroh stimmende Geschichte für das Schweizer Magazin „Travelnews“ aufgeschrieben:

Wenn eine Horde Elefanten vor dem Tor steht

In der öffentlichen Diskussion über den Schutz des Asiatischen Elefanten gibt es fast so viele Positionen und Emotionen wie Teilnehmer. Einig sind sich alle nur darin, dass diese Spezies vom Aussterben bedroht ist. So ist jeder Etappensieg wichtig, der diese Entwicklung bremst.

Anfang 2013 war ich mit Elefantentrainer Bodo Förster im Elephant Conservation Camp in Sayabouri. Wir erlebten dort eine völlig andere Szenerie als die, die sich heute auf der Homepage der Organisation zeigt.

Von Luang Prabang zum Conservation Center

Abfahrt in Luang Prabang (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Der Weg durch die laotische Provinz war nicht unser Ziel, aber in jeder Minute interessant. Manchmal sogar atemberaubend schön.

Sayabouri (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Drei Stunden dauerte unser Trip, mit dem Van, per Fähre und schließlich per Slow Boot über einen kleinen See.

Idealisten im Wald

Wer staunt über wen? (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Momentaufnahme: Bodo Förster sitzt am Tisch, trinkt ein Bier und beobachtet die vier Elefanten des Camps in ca. 50 Meter Entfernung: Eine 60jährige Kuh, zwei junge Kühe, ein junger Bulle. „Das passt nicht“, sagt er, „der Bulle zum Beispiel wird von der Alten nicht akzeptiert. Eine andere Zusammenstellung wäre besser.“

Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff

„Es kann natürlich sein“, schränkt Förster ein, „dass die jungen Idealisten hier keine anderen Möglichkeiten haben.“ Die laotisch-sozialistische Bürokratie kann Eigeninitiativen das Leben schwer zu machen. Zum Beispiel den jungen Idealisten aus Frankreich, Kanada und anderen Ländern, die ihr Leben den Elefanten widmen. Das war mein Eindruck 2013.

In den letzten fünf Jahren hat sich offensichtlich eine Menge geändert. Das Team im Elephant Conservation Center ist gewachsen, die Zahl der Elefanten auf über 30 angestiegen. Eine Entwicklung, die nur mit der Unterstützung von Regierung, Behörden und der lokalen Bevölkerung möglich war. Ob das Verbot des illegalen Exports tatsächlich ein entscheidender Schritt sein wird beim Schutz des laotischen Elefanten, bleibt abzuwarten.

Fest steht: Auch im einstigen „Land der Million Elefanten“ können 13 Tiere viel sein.

Foto: Elephant Conservation Center, Sayabouri