Blick vom Phu Chaisai Resort auf das Katiliya Mountain Resort (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Seite an Seite im Kampf um die Gäste

Das war auch für uns neu: Mitten im zuweilen nebelverhangenen Bergland Nordthailands buhlen zwei Luxusherbergen Seite an Seite um zahlungskräftige Kundschaft. Normalerweise. Doch wir reisten in der Corona-Ära an. Das bedeutete entweder verschlossene Türen oder Sonderangebote. Vom Phu Chaisai Resort hatten wir schon gehört, da wollten wir bleiben.

Phu Chaisai Resort & Spa: Ein kurzes Vergnügen

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Das nennt man wohl Liebe auf den ersten Blick. Im Phu Chaisai Resort & Spa erlebten wir die intime Behaglichkeit einer luxuriösen Privatwohnung inmitten der subtropischen Üppigkeit eines botanischen Gartens. Auf Deutsch klingt selbst der Name der Unterkunft angemessen blumig: Berg des klaren Herzens.

Fotos: Faszination Fernost/B. Linnhoff (6), Homepage Phu Chaisai (2)

Es fing gut an. Wir wollten uns ein wenig umschauen, und die reizende Dame an der Rezeption sagte: „Natürlich, gerne“ und begleitete uns gleich als Guide. Schon nach wenigen Metern huschte vor uns eine extrem dünne und schüchterne Schlange auf einem Mauerrücken entlang, leider auf der Flucht.

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Unsere Führerin lächelte verlegen: „Wir sind halt mitten in der Natur…“ Das stimmte auffallend – da das Resort wg. Corona monatelang geschlossen blieb, hatte manch Getier das angestammte Terrain zurückerobert.

Fotos: Faszination Fernost (3), Homepage Phu Chaisai (1)

Nach der Besichtigung eines großzügigen Apartments konnten wir mühelos vorstellen, eine Nacht zu bleiben. Es musste ja nicht gleich das Private Cottage sein.

Schlafzimmer im Private Cottage (Foto: Homepage Phu Chaisai)

Doch obwohl wir mit offenen Armen empfangen wurden, war das Resort noch immer geschlossen. Zudem erwarteten alle recht nervös für den Abend hohen Besuch: Eigentümerin M. L. (Mom Luang, ein Adelstitel) Sudavdee Kriangkrai war auf dem Weg. Mit ihrem Anhang wollte sie das Resort für eine Woche selbst bewohnen.

Nun war Mom Da – so nannten sie die Dörfler ringsum – nicht nur die Eigentümerin, sondern auch die kreative Kraft hinter dem Konzept Phu Chaisai. Das konnte nur uns überraschen; wir wussten weder, dass die Dame Mitglied der königlichen Familie war, noch dass sie den Ruf der führenden Innendesignerin Thailands genoss. Als sie sich einst in die pittoreske Berglandschaft der Region verliebte, wollte sie auf den bambusbewachsenen Hügeln einen Rückzugsort für wohlhabende Städter schaffen, die wieder Kontakt zur Natur bekommen wollten. Mission erfüllt.

Wir aber mussten uns mit einem kurzen Einblick begnügen und brauchten eine Alternative. Kein Problem: Mit dem Roller konnten wir sie in maximal zwei Minuten erreichen.

Katiliya Mountain Resort & Spa

Zimmer mit Aussicht (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Das Kaitiliya Mountain Resort verschwindet fast in seiner natürlichen Umgebung; die Luft ist rein und du kannst weit gucken. Hohe Decken, natürliche Materialien und ein Mix aus Thai-, Mandalay- und Yunnan-Architektur bescheren dem Gast schon bei Ankunft ein Gefühl des Wohlbefindens, das er nur schwer konkret erklären könnte, wenn er müsste. Luxus ist hier eine Mischung aus Dezenz, Geborgenheit und dem kostbaren Gefühl, alle Zeit der Welt zu haben und dabei nichts zu verpassen.

Fotos: Homepage Katiliya (5), Faszination Fernost/B. Linnhoff (3)

Eine Nacht in der Mountainsuite

90 komfortable Suiten (90 oder 100 qm) stehen zur Auswahl, ausgestattet mit Flachbildschirm, Schreibtisch, schneller Internetverbindung, kleinem Kühlschrank und großem Badezimmer, mit Dusche drinnen und Regenwalddusche draußen.

Fotos: Faszination Fernost/B. Linnhoff (2), Homepage Katiliya (1)

Vermutlich waren die Suiten selten so spärlich belegt wie bei unserem Besuch. 2200 Baht kostete Corona-bedingt die Übernachtung in der Mountain Suite, kein Billigheimer, aber doch ein Schnäppchen angesichts dessen, was wir genießen durften.

Leider fehlte uns wieder einmal die Ruhe, auf unserer Tour durch Nordthailand innezuhalten und zu verweilen. So aber mussten Swimmingpool und Jacuzzi ohne uns auskommen und das Fitnesscenter erst recht.

Foto: Homepage Katiliya

Immerhin vermieden wir dank unserer kurzen Verweildauer zusätzliches Hüftgold. Die Bestellung beim Abendessen litt unter der Qual der Wahl. Geboten wurden lokale nordthailändische Küche, klassische Thai-Spezialitäten, italienische und mediterrane Leckereien, Fleisch von australischen Rindern, Lachs und mehr. Wer solche Opulenz als dekadent empfindet, dem sage ich: „Kann man so sehen.“

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Den Sonnenaufgang am nächsten Morgen verschliefen wir, das reichhaltige Frühstück auf der Terrasse ausnahmsweise nicht. In der Ferne sahen wir die ersten Teefelder, die Vorboten eines lohnenwerten Ausflugs: Mae Salong.

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