Mit dem Frieden kommen die Künstler

Seit fünfzehn Jahren maximal genießt Kambodscha annähernd das, was wir Normalität nennen. Ein Leben weitgehend frei von Angst, im relativen Frieden. Ein Privileg, das vor allem die einheimischen Künstler mit explodierendem Schaffensdrang würdigen. Groß ist daher, ob in Phom Penh oder in Siem Reap, die Anzahl der Galerien, die Khmer-Künstler und -Kunsthandwerker, aber auch ausländische Maler und Bildhauer vertreten.

120530_BuddhaTouristen finden hier mühelos ihre Souvenirs, doch auch die Kenner werden fündig auf der Suche nach dem Ausgefallenen, dem Wertvollen. Für sie ist The Wa Gallery (FCC Complex, Pokabor Avenue, Siem Reap – Telefon: +855 16 746 701) unverzichtbar.

Die Franzosen Marie-Claude Fabre und Frédéric Escudier, ursprünglich Modeschöpfer, kamen erstmals 1991 nach Siem Reap, als in den Wäldern der Umgebung noch die Schüsse der Roten Khmer zu hören waren und jeder Regenguss den kleinen, verschlafenen Ort unter Wasser setzte.

 

 

 

Von ihren späteren Reisen um die Welt brachten sie spektakuläre Stücke mit, afghanische Ringe etwa mit kostbaren Steinen oder Sitzkissen aus Mali, ehe sie die Galerie 2007 eröffneten. Jedes Kunst-Stück hat seine Geschichte, und man muss Marie oder Frédéric nur fragen, um sie zu erfahren. Alle Objekte sind handgefertigt, ob Ring, ob Buddha, ob Kleid, ob Halskette. Uns beeindruckten besonders die hölzernen Buddha-Skulpturen. So hatten wir den Erleuchteten noch nie gesehen, oft unperfekt, meist lackiert in leuchtenden Farben. Über die Künstlerin erfuhren wir so gut wie nichts; eine Französin, in Phnom Penh lebend und arbeitend, kommuniziert sie ausschließlich mit ihren Galeristen.

120530_Buddha-Haeupter

Die Galerie findet man unmittelbar beim FCC Angkor Restaurant und Hotel. Das FCC (Foreign Correspondents Club) in Siem Reap ist eine begehrte Adresse und das Schwesterhotel des legendären Auslandskorrespondentenklubs in Phnom Penh, seit der Eröffnung 1993 Treffpunkt der internationalen Journaille.