Und wieder geht ein Stück Bangkok (Update)

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Sukhumvit Soi 38 (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Das alte, das unverwechselbare Bangkok stirbt. À la Salami, in kleinen Scheiben. Seit Januar 2016 gibt es sie nicht mehr, die familiengeführten Garküchen in der Sukhumvit Soi 38. Quelle aller Düfte, die die Thai-Küche zu bieten hat. Optisch eine Mischung aus mobilen Karren und Ladenfronten, von den Besuchern dennoch eher mit der Nase wahrgenommen als mit den Augen.

Wir beklagen das Ende einer Ära – ein großer Satz für eine kleine Straße.

Saang ahaan noi… – ich würde gerne bestellen: Bis tief in die Nacht hinein trafen sich hier Einheimische, Touristen und zu früher Stunde auch die Chefköche der Fünf-Sterne-Hotels auf der Suche nach frischen Zutaten. Ein Magnet für Streetfood-Liebhaber, die sich durch die unglaubliche Vielfalt der landestypischen Gerichte schlemmten. Die Soi 38 in der Achselhöhle der Skytrain/BTS-Station Thonglor fehlte in keinem Führer durch Thailands Garküchen.

Wir wissen nicht, wo wir nun die freundlichen Verkäufer so schmackhafter Gerichte wie Pad Thai, Som Tam, Khao Pad Moo, Satay Gai, Pad Khrapao oder Kaeng Masaman finden. Wir wissen jedoch, dass sie mit ihrem Schicksal nicht gehadert haben und auch nicht mit den Grundstücksbesitzern, die lange mit bezahlbaren Mieten zufrieden waren und dann ein Angebot erhielten, das sie nicht ablehnen konnten.

Und noch ein Apartment-Hochhaus

Auch andere traditionelle, beliebte, respektierte Märkte werden in diesen Monaten verlegt oder aufgelöst. Weil Bangkoks Stadtverwaltung den amtierenden General Premierminister Prayuth davon überzeugte, dass diese Maßnahme die Hauptstadt optisch aufwerte.

Leider versteht sich unter optischer Aufwertung meist noch ein super-ultra-luxuriös-hochmodernes Apartmenthaus oder das 501. Einkaufszentrum, in dessen 40. Stock wir künftig den Papaya-Salat für 200 Baht essen dürfen statt wie bisher für 50. Angeblasen von einer leistungsstarken Klimaanlage, umgeben von Glas und Beton. In Gedanken aber entlang treibend an den Garküchen der Suk Soi 38.

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Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff

Buch asisa street foodSie verschwinden nicht alle auf einen Schlag, die Streetfood-Zentren. Chawadee Naulkhair, in Chiang Rai geboren und in den USA aufgewachsen, informiert die einschlägig interessierten Gourmets in ihrem Blog Bangkok Glutton  über die Märkte und ihre Adressen; sie hat ihre Erfahrungen auch zwischen Buchdeckel gepresst: Bangkok`s Top 50 Street Food StallsSoi Blossom

In ihrem Blog Soi Blossom gibt meine Freundin Gabriele eine detaillierte Einführung in Thailands Open-Air-Gastronomie (u. a. zu den Themen Hygiene und Schärfe). Titel: „Mehr lecker“. Stefan und Heike Leistner bereiten das Freiluft-Essen für die Daheimgebliebenen zu: asia street food liefert die Rezepte.

Und auch der „stern“ hat das Reich der Garküchen Bangkoks entdeckt und gibt Tipps zum Thema Streetfood, in Appetit anregenden Bildern.

Höheren Weihen für Asiens Imbissstände steht nichts mehr Weg, seit der Guide Michelin Hongkong im Januar 2016 erstmals auch Garküchen aufführt!

Fotos: Bernd Linnhoff, That Dang Farang (1)

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