Im Garten Gottes mit Khun Kongkhanan

Der Künstler Kriangkrai Kongkhanan führt uns in ein imaginäres Land, wo Götter leben und verehrt werden als Symbole für Wohlstand, Stabilität, Glück und Erfolg im Leben. Die Sehnsucht der Menschen nach diesen Attributen formt ihre Gefühle. Kongkhanans Bilder sind voller Kraft und Farben und Leben; Harmonie aber ist in den Gesichtern bei der Jagd nach dem Glück nicht zu erkennen, Gier schon eher. (Der letzte Satz ist von mir; der Rest aus der Bangkok Post).

Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. Dezember.

Duke im Gaysorn: Wahre Männer shoppen nicht

The Duke, Bangkok (Foto: Faszination fernost/B. Linnhoff)

Rund um die Ratchaprasong-Kreuzung in Bangkok regieren Finanzwelt und Kommerz. Es ist das Reich der luxuriösesten unter den mehr als 500 Einkaufszentren der Hauptstadt. Kunst ist Kommerz mit Niveau, so haben sich die Betreiber der Gaysorn Shopping Mall wohl gedacht, und heraus kam das „Duke“, ein neuer „Raum für zeitgenössische Kunst“. Eine lebendige Spielfläche für thailändische Künstler, etablierte und talentierte, im ersten Stock der Mall.

In den sozialen Medien ist Selbstoptimierung Pflicht. Mit diesem Trend hat Somphong Ponrassamee ausrücklich nichts am Hut bzw. Pinsel, wie sein Selfie (früher: Selbstporträt) und die Bilder von Onkeln und Tanten belegen.

Duke Gallery BangkokBLINDFLUG

Das „Duke“ setzt auf Männer. Ein smarter Schachzug, da auch im hochpreisigen Gaysorn-Einkaufszentrum die Männer den Frauen meist Kreditkarte und Shoppen überlassen, um sich selbst auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auf eine konspirative Zigarre in der geheimen Cigar Lounge zum Beispiel. Oder aber auf einen Michel Couvreur’s Clearach, den Single Malt Whiskey aus Frankreich, edel gereift in Kirschholzfässern; der einstöckige schlägt mit ca. 16 Euro zu Buche. Nicht einmal die Hälfte kostet die Flasche Franziskaner-Bier. Die verfügbaren Speisen überzeugen qualitativ; quantitativ erfüllen sie mühelos den Anspruch von Sättigungsbeilagen.

Eine künstlerisch-programmatische Ausrichtung ist in den wechselnden Ausstellungen des „Duke“ schwer auszumachen. Es muss ja auch nicht alles (s)eine Ordnung haben.

Der Eintritt in die Galerie ist frei, das Personal von erfrischender, bodenständiger Freundlichkeit. Fazit: Bei künftigen Bangkok-Besuchen werde ich wieder reinschauen ins „Duke“.