Mythologie als Abenteuerspielplatz

Für die laotischen Kinder ist es ein Abenteuerspielplatz, für die Erwachsenen ein oft verwirrender Trip in die buddhistische, hinduistische und laotische Mythologie. Für die Touristen ein Skulpturenpark, wie sie noch keinen zuvor gesehen haben: Der Wat Xieng Khuan oder Buddha-Park südöstlich von Vientiane.

24 km kurz ist die Reise und maximal 40 Minuten lang; entweder per Tuk-Tuk oder mit dem Bus (Linie 14 ab Busbahnhof) – letzteres mit dem Risiko, dass der Busfahrer erst dann den Zündschlüssel dreht, wenn sein ächzendes Gefährt bis auf den letzten Platz gefüllt ist.

Er liegt und fällt jedem Besucher sofort ins Auge. Denn der größte Buddha hier ist 50 Meter lang. Weniger spektakulär, doch bedeutender ist das Objekt gleich rechts vom Eingang. Ein kürbisförmiger Topf. Durch das geöffnete Maul eines Njak gelangt der Besucher über einen schmalen Rundweg aufs Dach, vorbei an sich windenden Figuren. Sie symbolisieren Buddhas Überzeugung, wonach Leben vor allem Leiden ist. Den Topf krönt die Nachbildung des Baums der Erkenntnis, unter dem der Buddha erleuchtet wurde.

Bleibt die Frage: Was ist ein Njak? Keine Ahnung. Sachdienliche Hinweise erwünscht.

Think big: Schon in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann der Künstler Luang Pu Bounleuang Surirat, Beton in gigantische und doch filigrane Körper, Gesichter, Masken zu verwandeln. Da reiche Laoten mit großzügigen Spenden in ihr nächstes Leben investierten, bevölkerten schließlich über 200 Skulpturen den Park unweit des Mekong.

Nach der Machtübernahme durch die Kommunisten 1975 siedelte Luang Pu Bounleuang ins Nachbarland Thailand über. Dort arbeitete er weiter in Beton und schuf, nicht weit vom gegenüber liegenden Mekong-Ufer Vientianes, einen zweiten Buddha-Park nahe Nong Khai: Sala Kaew Ku.

Buddha Park Vientiane