Populär, aber nicht überlaufen

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Koh Chang

Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu finden, sondern neue Augen zu haben

1. Einstimmung

Koh Chang liegt 315 km südöstlich von Bangkok im Golf von Thailand. Zur Einstimmung auf die zweitgrößte Insel des Landes ein Video von Tobi und Marcel vom Blog „Home is where your Bag is“ – in ihren bewegten Bildern zeigen die beiden ganz nebenbei, wie sich Koh Chang mit seinen oft steilen Serpentinen am besten erkunden lässt: Per Motorrad oder Scooter.

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2. Boom ohne Exzesse

Ein zweites Phuket sollte Koh Chang werden, so wollte es der damalige Thai-Premier Thaksin Shinawatra anno 2001. Die Natur sprach für sich und für ihn: Wunderschöne Strände unter Palmen, Dschungel, Wasserfälle, Mangrovenwälder, Trauminseln vor der Haustür. Doch der Wille des Herrn wurde nicht erfüllt, Buddha sei Dank.

Kein Zweifel: Koh Chang boomte in den Jahren danach, vermied jedoch ästhetische Exzesse, eine Kommerzialisierung mitten ins Gesicht und den ökologischen Selbstmord. Zumindest bis jetzt.

Die Gier der Entwickler und Investoren endet meist an natürlichen Grenzen: 85 Prozent der Insel sind ausgewiesene Nationalparks. Die Hotels dürfen nicht höher gebaut werden als drei Stockwerke, die schönsten verschmelzen mit ihrer Umgebung.

 

Einst Hort für marodierende Piraten, ist Koh Chang heute ein attraktives Ziel für frei flottierende Individualreisende und Urlauber, die Natur UND eine funktionierende Infrastruktur erwarten. Die Insel verdichtet, was Thailand so attraktiv macht: Spektakuläre Landschaften, tolle Strände, Hotels für jeden Geschmack und Geldbeutel, hervorragende Restaurants, Tempel, atemberaubende Sonnenuntergänge. All das ohne jede Gefahr, vom Trubel erschlagen zu werden. Dazu optional eine großzügige Palette an Aktivitäten. Und Elefanten natürlich, in jeder Spielart – Koh Chang bedeutet Elefanteninsel.

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3. Anreise, Transport, Wetter Koh Chang

Zuerst kommen die Backpacker, dann die Ringstraße rund um die Insel und zu schlechter Letzt ein Flughafen: In diesen drei Etappen mutiert ein Paradies gewöhnlich zur Destination.

Koh Chang hat bis heute keinen Flughafen. Ob mit Bus, Taxi, Flieger und zuletzt mit der Fähre: Die Anreise bleibt vergleichsweise umständlich und schützt so vor der massiven Popularität, die Phuket oder Samui einiges an Charme geraubt haben.

Der Blog klick-thailand informiert detailliert über Anreise, Transport und Klima auf Koh Chang.

Alternativ: Der Blog Rome2Rio, auch wenn er sich nicht nach Koh Chang anhört, und Koh Chang erleben.

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Mit dem Flugzeug von Bangkok nach Trat

Wenn man einen Flughafen knutschen könnte – der schnuckelige Airport von Trat wäre reif. Wer hier sanft landet, sieht an den präzise geschnippelten grünen Skulpturen: Nun ist es nicht mehr weit bis zur Elefanteninsel. Flüge von Bangkok nach Trat sind selten preiswert – Bangkok Airways hat das Monopol und bestimmt den Kurs und die Kurse.

Airport Trat (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Vom Flughafen geht es gut organisiert weiter: In wenigen Minuten mit dem Van zum Pier, den Rest erledigen die großen Fähren in einer halben Stunde Fahrt.

 

4. Koh Chang Hotels

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Auf dieser Insel hast du auch bei den Unterkünften die Wahl zwischen West und Ost. Mehr dazu in unserem

HOTELREPORT KOH CHANG

 

5. Strände

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Nach Verlassen der Fähre im Nordosten Koh Changs wenden sich die meisten Besucher gen Westen. Denn dort finden sie die schönsten Strände und spektakuläre Sonnenuntergänge als Zugabe. Der White Sand Beach hält, was der Name verspricht – er ist der beliebteste Strand und folglich im Rückraum, dies- und jenseits der Hauptstraße, am besten versorgt mit Shops, Restaurants, Bierbars, Unterkünften. Nicht ganz so einsam wie er klingt, aber selbst in der Hochsaison selten überlaufen ist der Lonely Beach, mein persönlicher Favorit.

Tobi und Marcel liefern den Beachguide für Koh Chang: Neun Strände kommen in die Wertung.

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6. Aktivitäten

Freunde der Sonne: Koh Chang hat mehr zu bieten als den himmlischen Toaster und eine Schippe Sand. Nämlich: Dschungeltrekking zu den Wasserfällen, Motorradtrips, Schwimmen mit Delfinen; sogar Touren ins recht nahe Kambodscha werden angeboten, denn selbst Siem Reap und die Tempel von Angkor Wat liegen in Reichweite für den, der die Inselidylle für zwei Tage verlassen kann.

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Weil die hohen Hügel im Inselinneren der Silhouette eines Elefanten ähneln (sollen), erhielt das Eiland den Namen Elefanteninsel. Noch habe ich niemanden getroffen, der anhand der Silhouette dieses große Tier mit Rüssel identifizieren konnte. Aus welcher Perspektive auch immer.

Interaktionen zwischen Menschen und Elefanten zählen unverändert zu den touristischen Attraktionen, trotz der kontroversen Diskussion von Tierschützern, Reisenden und Betreibern (zum Thema gibt es in meinem Blog ein Interview mit Elefantentrainer Bodo Jens Förster). Das Unternehmen Ban Kwan Chang auf Koh Chang wird von der Asian Elephant Foundation unterstützt, weswegen wir es hier speziell erwähnen.

Tauchen, Schnorcheln und Inselhopping

Koh Kood (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Koh Chang ist die größte…

…von 52 Inseln im gleichnamigen Marine Nationalpark. Im Süden liegen die besten Tauch- und Schnorchelreviere; in deren Nachbarschaft laden die Eilande Koh Kood (Koh Kut), Koh Mak, Koh Wai, Koh Rayang zum ein- oder mehrtägigen Inselhopping – schönere, friedlichere und ruhigere Plätze im maritimen Thailand sind schwer zu finden (oder noch schwerer zu erreichen).

Auch dazu ein Link unserer Freunde Tobi und Marcel: Die Vier-Insel-Tour.

Postkartenidylle Koh Mak

Weitere Tipps auf Ko Chang Info: Was tun auf Koh Chang?

 

7. Ausflüge

Bang Bao – das gestelzte Ende der Welt

Bang Bao Pier (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Bang Bao ist ein einzigartiges Fischerdorf an der Südwestspitze Koh Changs, auf Stelzen gebaut ins türkisfarbene Meer. Souvenirshops und Restaurants mit einem exzellenten Angebot an Meeresfrüchten säumen den Bang Bao Pier, einen langen, schmalen Fußweg zum Meer. „Fühlt sich an wie das Ende der Welt“, meinte ein Besucher neben mir. Daber war es nur das Ende von Bang Bao.

 

Klong Koi Village

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Vom Dorf Bang Bao geht es noch ein wenig weiter gen Westen zum Klong Koi Village. Der Strand dort ist bei Flut schmal, die Unterkünfte sind preiswert – die Menschen, die hierher kommen, genießen die hippieske Atmosphäre vergangener Zeiten bei ansprechender Infrastruktur. Ein prima Link dazu von Gudrun Brandenburg: Klong Koi Beach.

 

Zu den Mangroven im Südosten

Foto: Olaf Kujawa

Foto: Olaf Kujawa

In den Mangrovenwäldern beim Dorf Salak Khok im Südosten kann man Gondel   und Gondoliere à la Thai für eine Stunde Entschleunigung buchen. Das Geld kommt Projekten der lokalen Dorfgemeinschaften zugute. Kontakt: Chang Spirit Club, Ban Salak Khok, Tel: 087 748 9497. Mehr über die Mangroventour (und andere Trips) auf der Website von Gudrun Brandenburg.

Wat Salak Phet

Der Tempel Salak Phet wurde während der Ära des Königs Chulalongkorn (Rama V. 1868 – 1910) gebaut und ist dem einfachen Mann gewidmet, der dem Regenten bei seinen Besuchen als Führer durchs Dorf diente. Weder der eifrige Guide noch die Dorfbewohner ahnten allerdings, dass der König von Thailand damals live und in Farbe zu Gast war.

 

 

8. Futtern, trinken, feiern

 

I am Koh Chang heißt die Website, und hier finden sich viele gute und kenntnisreiche Tipps zum Thema: Wo gehe ich essen auf der Insel?

Und dies sind die besten Restaurants laut Tripadvisor.

Auf dem Weg zum Tantra-Restaurant (Foto: Homepage)

Das Tantra Restaurant im Nirvana Resort in der kleinen Bucht von Bang Bao: Romantisch, balinesische Holzmöbel, das Essen ein Mix aus internationaler und zeitgenössischer Thai-Küche.

Porn`s Bar und Restaurant am Kai Bae Beach (Foto: Explore Koh Chang)

Die Filou-Cocktailbar am Kai Bae Beach ist eine der besten Bars der Insel.

The Beach Club at Siam Royal Bay: High-end, tolle Aussicht.

Der Party-Guide für Koh Chang: Die Nacht lebt.

Chillen mit einem Untoten

Fährst du vom Dorf Bang Bao an der südlichen Küste entlang Richtung Osten, siehst du schon bald die vertrauten Farben Jamaikas. Der Laden lädt, was sonst, zum Chillen ein. Wir waren da, und das ist die Geschichte:

Rasta View: Bob Marley lebt – auch auf Koh Chang

Bob black and white (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

 

Live-Musik am White Sand Beach

Oodie bei der Arbeit (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Eine feste Größe am White Sand Beach ist Oodie. Wir sahen und hörten den Muskelmann im rockigen Dialog mit Heidi und ihrer Mundharmonika: Live-Rock auf Koh Chang.

9. Der grüne Traum

Es gibt Signale, dass Koh Chang der rastlosen Jagd nach Touristendevisen das Bemühen um Nachhaltigkeit entgegensetzt – der ökologische Fußabdruck soll schmaler werden.

Foto: Olaf Kujawa

So jedenfalls sieht es ein Projekt („The green dream“) vor, das von den Organisationen Dasta (Designated Areas for Sustainable Tourism Administration) und Ismed (Institute for Small and Medium Enterprises Development – Institut für die Entwicklung kleinerer und mittlerer Unternehmen) voran getrieben wird. Nach vierjähriger Aktivität auf der Nachbarinsel Koh Mak konzentrieren sich die Bemühungen nun auf Koh Chang.

 

Das Bewusstsein für den Schutz der Umwelt greift nur langsam in Thailand, die meisten Menschen haben dringendere Probleme. Doch jede Initiative schürt die Hoffnung, dass die zahllosen natürlichen Schätze des Königreichs auf lange Sicht bewahrt werden können.

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

 

10. Die besten Links zu Koh Chang

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Koh Chang – the Magazine erscheint in englischer Sprache und wird in der Printversion kostenlos angeboten. Das auch optisch ansprechende Magazin ist aktueller als jeder Reiseführer und eine wertvolle Hilfe für alle, die die Insel über Strand und Hotel hinaus erleben wollen.

Wenn du Koh Chang mit dem eigenen Roller oder Motorrad erkunden willst, erfährst du dazu alles auf der SeiteKoh Chang erleben„.

Und nun zum Wetter: Darüber informiert aktuell und in englischer Sprache die norwegische Seite YR, was immer sich hinter diesem Kürzel verbergen mag.

Fotos: B. Linnhoff, John Fengler, Olaf Kujawa, Gudrun Brandenburg, The Chill Resort

 

Und tschüs! (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)