Im Reich des Donnerdrachen

Bruttonationalglück statt Bruttoinlandsprodukt – das ist mal ein Slogan! Für eines der ärmsten Länder der Welt! Aber auch real gelebte Utopie? Oder doch nur Marketing-Gag im Rangeln um Wahrnehmung?

Auf jeden Fall hat es das kleine Bhutan, eingequetscht zwischen Tibet/China im Norden und ansonsten Indien, auch als weltpolitisches Fliegengewicht verlässlich in die internationalen Medien geschafft. Und auf die Agenda der UNO – als Vorbild für größere, reichere, stärkere Nationen. Wie das?

Bhutan hat in der Verfassung festgeschrieben, das Wohlbefinden seiner Menschen höher zu schätzen als wirtschaftliches Wachstum. Glück wichtiger als Kohle – auf diese Art Politik muss man erst einmal kommen.

Druk Yul, Im Reich des Donnerdrachen, so nennt sich Bhutan auf Dzongkha – die Landessprache hört sich auf YouTube so an:

Das aufgerissene Maul in den Darstellungen des Donnerdrachen steht für die kraftvolle Entschlossenheit der buddhistischen Schutzgottheiten, sein Gebrüll für die alles durchdringende Wahrheit des Buddha. Welcher seinerseits eher leise lehrte.

700 000 Einwohner leben hier am Fuß des Himalaya, das Land so groß wie die Schweiz, aber meistens doppelt so hoch. Für eine Woche bereisten wir den Westen des buddhistischen Königreiches, die Hauptstadt Thimphu, die Nachbarn Paro und Punakha sowie die Regionen drumherum. Mal sah es aus wie in der Schweiz, mal wie in Neuseeland, mal so wie in den Weinregionen Portugals. Meistens aber sah es aus wie Bhutan.

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