Picknick mit Freunden

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Sangay und Sonam brachten uns ihre Heimat so kenntnisreich nahe, so selbstbewusst und verschmitzt, dass wir schon bald nach unserer Ankunft wussten: Hier werden wir uns wohl fühlen, die Woche wird informativ, unterhaltsam und heiter. Genauso war es dann auch.

 

Fotos rauben den Figuren Kraft

Zahlreiche Mythen und Legenden sind fest im kollektiven Bewusstsein der Bevölkerung verankert, und ihren Schutz nehmen die Bhutaner ernst. Das Film- und Fotografierverbot in den Tempeln basiert nicht auf religiösen Gründen – die Menschen sind fest davon überzeugt, dass tausendfache Ausbeutung durch Abbildung den Figuren, Skulpturen und Wandmalereien Kraft raubt und Magie.

 

In der buddhistischen Tradition ist das Mandala – wörtlich übersetzt „Kreis“ oder „Punkt“ – ein zentrales Meditationselement. Mandalas bilden den Palast einer Gottheit ab, vor allem das Universum. Die Zeichnung eines Mandalas erfolgt nach bestimmten Regeln, jedes Detail hat eine symbolische Bedeutung.

Kühe tragen ihre Haut zu Markte

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Wie überall in Asien, so ist auch in Bhutan jeder Markt Kraft- und Kommunikationszentrum. Die Tische und die Decken am Boden scheinen so reich gedeckt wie in den Nachbarländern, das Szenario jedoch wirkt ruhiger, sauberer, strukturierter. Selbst die Kühe tragen ihre Haut freiwillig zu Markte – selbstbewusst mischen sie sich unter die Konsumenten.

 

Roter Reis aus Bhutan, gletschergewässert, ist ein Premium-Produkt unter den weltweit angebauten Reissorten. Die Hänge sind steil nahe dem Himalaya, die Felder klein.

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Doch auf den Märkten sehen wir Pfirsiche, Tomaten, grüne Bohnen, Kartoffeln, Chilis, Erbsen, Knoblauch, Gurken und und. 60 Prozent der Bhutaner sind Bauern, sie verwenden kaum Pestizide oder chemischen Dünger. Als Buddhisten fühlen sie sich verpflichtet, nett zur Erde zu sein und zur Umwelt. So sind sie Bio-Bauern, ohne sich so zu nennen.

 

Der Takin – eine Resteverwertung des Schöpfers

Timphus Minizoo verdankt seine Existenz einem einzigen Tier, dem Nationaltier allerdings. Kopf eines Gottes, Körper einer Kuh: Der Takin. Je nach Laune der Biologen Gnuziege genannt, Rindergämse auch oder Ziegenantilope. Wie soll das Tier da eine stabile Identität entwickeln? Für den Schriftsteller Tex Rabinowitz war der Takin Liebe auf den ersten Blick: „Unter ästhetischen Gesichtspunkten sieht dieses Tier neben keinem attraktiv aus, außer vielleicht neben Warzenschwein oder Pillhuhn. Um es auf den Punkt zu bringen: Es ist eine Resteverwertung des Schöpfers.“

Fotos: Faszination Fernost/B. Linnhoff+Uwe Wojatzek

Was bisher geschah:

 

Bhutan (1) – Fertig vom Landen
Bhutan (1) – Glück ist wichtiger als Kohle
Bhutan (3) – Von Timphu nach Punakha
Bhutan (4) – Besuch der alten Dame