This is Thailand: Magisch bei Nacht

Ein schönerer Platz als der zauberhafte Garten des Monfai Cultural Centers lässt sich schwerlich finden für eine Party. Mehr als hundert Freunde und Bekannte teilten unsere Hochzeits-Nacht, den öffentlichen Teil jedenfalls. Zunächst trugen wir unsere Haut zu Markte, zum abendlichen Lanna-Markt mit einem phantastischen Angebot an großen und kleineren Delikatessen.

Ich bin mir nicht sicher, ob auch das Werfen des Brautstraußes schon zu Lanna-Zeiten Usus war. Auf jeden Fall bekundeten an diesem Abend zahllose Damen im Ringen um die beste Position ihre Bereitschaft, möglichst schnell gefreit zu werden. Toeys erster Versuch geriet zum Flachschuss; der Strauß wurde leichte Beute der ganz vorne platzierten Jang. Daher einigten sich die Damen – mit Ausnahme von Jang – auf eine Neuauflage.

Toey feuerte das Objekt der Begierigen so entschlossen in die Menge, dass sich Einwickelpapier und Strauß flugs trennten. Dass ausgerechnet Paeng die Blumen fing, sorgte für fast hysterische Reaktionen. Denn Paeng hatte den Wettstreit nahezu außer Konkurrenz aufgenommen – ihr Hochzeitstermin stand bereits fest. Tuki hingegen fing das Einwickelpapier.

Der Pegel steigt – und die Ansprüche steigen mit

Mit steigendem Pegel wurden unsere Gäste anspruchsvoller; zugleich legten sie Distanz zwischen sich und die Kultur, in deren Namen wir hier versammelt waren. „Küssen!“, riefen einige mit der Kamera im Anschlag, und für die erweiterte Forderung („Zunge!“) fand ich bis heute keine Entsprechung in alten Lanna-Dokumenten.

Eine Prise Kultur

Ganz und gar Lanna aber waren dann Tanz, Musik, Pantomime. Engagiert und mit sehr individuellem Erfolg versuchten wir dann, die großen Fußstapfen unserer professionellen Vortänzer auszufüllen.

Unsere Freundin Orr übernahm gerne die Aufgabe, meine kurze Rede vom Englischen in die Landessprache zu übersetzen. Ich kenne Orr nun schon einige Zeit, und so war ich nur mäßig überrascht, dass sie meine Worte in relativ freier, aber offensichtlich unterhaltsamer Interpretation weitergab.

Und ab in die Bar

Gute Laune, Jägermeister und der populäre Thai-Rum Sangsom beflügelten unsere Gäste zu Aktionen, die nicht im Protokoll standen. Kurz vor Mitternacht war unser Durst nur noch mit Überschwemmungen zu löschen. So wechselten wir in die Bar meiner Frau, Toey`s Place, und ebenso umstandslos wechselte meine Frau vom Brautstatus in den Arbeitsmodus. Einer muss ja das Geld verdienen, und ich bekenne mich neidlos zu einer klaren Rollenverteilung.

6.30 Uhr aufgestanden, um vier Uhr ins Bett: Ein langer Tag lag hinter Toey und mir, reich an Höhepunkten. Wir hätten gerne einen weiteren hinzugefügt, doch es reichte nur noch zu dem, was einschlägige Fachleute gerne ein Schläferstündchen nennen.

Fotos: Studio Poplove, Klaus Hoeltzenbein

Heiraten in Thailand, Teil 1: Hochzeit auf Lanna-Art
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