Video: Clips: B. Linnhoff, Khun Disco; Edit: B. Linnhoff; Titel: Moritz LInnhoff

Mit dem Roller durch Thailands hohen Norden

Auch so kann Thailands Regenzeit aussehen (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

‘That’s why I love road trips, dude. It’s like doing something without actually doing anything.’

John Green

Was ist heute noch ein Abenteuer? Vor 200 Jahren erforschten große Reisende wie Alexander von Humboldt entlegene Regionen, seilten sich ab in Vulkane oder zählten die Kopfläuse der Eingeborenen. Auch Jane Goodall gehört in diese Riege – vor sechzig Jahren setzte sich die junge Frau im Dschungel Afrikas einfach so zu den Schimpansen, allein und neugierig.

An solchen Pionieren gemessen, war unser Vorhaben maximal eine Fußnote der eigenen Biografie. Wir, mein Freund Disco und ich, wollten auf schwachbrüstigen Motorrollern von Chiang Mai zum berühmt-berüchtigten Goldenen Dreieck fahren, im hohen Norden Thailands.

Street Art in der Grenzstadt Mae Sai (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Gedacht, getan

Die Aufgabenteilung war klar: Für unseren Trip würde ich ein paar Ziele und Sehenswürdigkeiten ausgeben und Disco via Google Maps dafür sorgen, dass wir sie auch fanden. Den Rückweg und ein paar Umwege eingerechnet, lief unser Vorhaben auf 700 Kilometer Wegstrecke in acht Tagen hinaus. In Thailand gibt es drei Jahreszeiten: Heiß, nicht ganz so heiß, nass. Wir fuhren bei nass.

Dabei giltst du in Thailand schon als Abenteurer, wenn du nur am Straßenverkehr teilnimmst. Obwohl du die Statistik kennst. Alljährlich katapultieren beeindruckende Unfall- und Opferzahlen das Land auf einen Spitzenplatz im globalen Ranking; motorisierte Zweiräder sind zu 70 Prozent an den Crashes beteiligt.

Exzellente Straßenverhältnisse – meistens (Foto: Ride Asia)

Am Zustand der meisten Land- und Schnellstraßen kann es nicht liegen, dass es so oft kracht. Achtsamkeit ist dennoch Pflicht, weil die Logik eines thailändischen Verkehrsteilnehmers unserer westlichen diametral entgegenarbeitet. Und dann gibt es da noch die Schlaglöcher, die vor allem in den Ortschaften das Stadtbild verschönern. In der Dämmerung Chiang Mais plumpste ich einst in ein Schlagloch, in dem gerade eine vierköpfige Familie zu Bett ging.

Hole in One

Inzwischen haben selbst die Thais genug und eine Lösung gefunden: Sie füllen die Löcher mit Fischen.

Als Spätberufener im Sattel

Es ist nicht Liebe, was mich mit motorisierten Zweirädern verbindet. Eher eine Zwangsehe. Denn auf dem Roller komme ich in der belebten Innenstadt Chiang Mais am besten voran. Meinen Motorradführerschein habe ich, von seltenen Mopederfahrungen abgesehen, ohne Vorkenntnisse erst in Thailand erworben, mit 65.

Seither sind schon wieder ein paar Jahre ins Land gegangen, in denen ich Balis hektische Gassen im Sattel überstand sowie zwei rasante Stürze in Chiang Mai und 33000 Kilometer insgesamt. 700 km in wenigen Tagen aber hatte ich mit dem Roller noch nicht zurückgelegt – das immerhin verband mich mit Alexander von Humboldt.

Und Discos Auge wacht (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Auch das: Eine Fahrt in die Corona-Saison

In diesem Sommer 2020 fuhren wir mitten hinein in ein touristisches Vakuum. In die Leere, die die Coronakrise hinterlassen hat. Ob wir wollten oder nicht: Die Not derer, die vom Tourismus leben, spielte uns in die Karten. Hotelbuchung im Voraus? Überflüssig. Zwei Drittel der Unterkünfte waren geschlossen, der verzweifelte Rest quälte sich mit Belegungsraten um 20 Prozent herum. So war uns allüberall ein freudiger Empfang sicher und ein bemerkenswerter Preisnachlass dazu. An den Sehenswürdigkeiten, wo sich zuvor Heerscharen die Füße platt traten, blieben wir unter uns und das Personal in der Überzahl.

Auf geht`s: Momente sammeln!

Auf geht`s in Thailands Norden mit seinen bewaldeten Bergzügen, fruchtbaren Tälern und Ebenen. Auf ins Dreiländereck, wo Thailand, Myanmar und Laos aneinanderstoßen und die Erinnerung an eine lukrative Drogenproduktion teilen.

Nahe Doi Saket (Foto: Chiang Mai Citylife)

Gleich zu Beginn wählen wir die Schnellstraße 107 über Chiang Dao und Mai Suay nach Chiang Rai – die Direttissima über Doi Saket ist nach heftigen Schauern wieder einmal weggerutscht.

1. Tag: Chiang Mai – Chiang Dao (72 km)

Auf dem Highway 107 Richtung Norden (Foto: Wejourneys)

Auf den ersten 35 Kilometern, raus aus Chiang Mai und vorbei an einigen sehenswerten Tempeln im Vorort Mae Rim, stimmt uns das erstaunlich gute Wetter zuversichtlich. Das gibt sich.

Wat Piyaram an der 107 in Mae Rim (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Nach einer Stunde schon schickt uns ein hartnäckiger tropischer Guss an den Straßenrand und unter die Bäume des Regenwalds – der heißt ja nicht zufällig so. Die wenigen LKWs, die an diesem Sonntag unterwegs sind, nutzen humorlos die Chance, uns mit kräftigem Strahl zu duschen. Mit flatternden Regencapes aus Plastik, im Supermarkt erstanden, flüchten wir zum Chiang Dao Nest 1 – ein Resort, das ich von früher kenne.

Rainy Season in Chiang Dao

Es grünt so grün in Chiang Dao (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

„Ist noch was frei?“, fragen wir und ernten das gequälte Lächeln des Personals – wir sind die ersten Gäste im Restaurant an diesem Tag.

Disco allein im Haus (Foto: Faszination Fenost/B. Linnhoff)

Nach Kaffee, Apfelstrudel und thai-typischen Fischküchlein buchen wir im Schwester-Resort Chiang Dao Nest 2 die Family Deluxe Suite mit zwei Schlafzimmern zum Komplettpreis von 1.745 Baht, um die 48 Euro. Ein Pandemie-Sonderangebot zur Nebensaison. Leider fehlt am späten Nachmittag die Zeit, um die sehenswerten Höhlen von Chiang Dao zu besichtigen. So lesen wir nach dem Abendessen ein wenig und surfen im Netz; trotz des anhaltend miesen Wetters im Schatten des Chiang-Dao-Berges bleibt die Internetverbindung stabil.

2. Tag: Chiang Dao – Fang – Mae Suay – Chiang Rai (fast): 178 km

Die Wolken hängen tief am Doi Chiang Dao (Foto: Disco/Faszination Fernost)

Mit 2.195 Metern ist der Doi Chiang Dao der dritthöchste Berg Thailands. Sehen können wir ihn nicht. Denn auch am Morgen unseres zweiten Tages regnet es an seinen Hängen fleißig ab. So schlafen wir in den Vormittag hinein und verpassen nichts.

Um 13 Uhr hüpfen wir in einer willkommenen Trockenphase auf unsere Roller – vorsichtshalber wieder in unseren Plastikkutten. Eine weise Entscheidung, denn nach zwei Minuten regnet es erneut. Erst Stunden später, kurz vor der Ortschaft Fang, klart es auf.

Wo Frauen die Peitsche schwingen (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Bei Trockenheit lassen Straße und Verkehr Geschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometern zu. Wir kommen voran und schmettern dabei an vielen, aber nicht allen Sehenswürdigkeiten vorbei, die in Thailand buchstäblich am Weg liegen.

Intermezzo am Berg

Noch vor Fang biegen wir ein auf die 1249 Richtung burmesische Grenze, wir planen eine Übernachtung im wunderschönen Angkhang Nature Resort. Auf dem Weg dorthin warten zwanzig Kilometer steiler Serpentinen hoch zum Doi Ankhang. Doi bedeutet im Thailändischen „Berg“, wir wissen warum. Gipfel und Resort bleiben unseren Augen wegen tiefliegender Wolken verborgen. 

Schon im Dorf in der Ebene warnen uns die Einheimischen. „Wieviele Kubik hast du?“, fragen sie Disco. „125“, antwortet der. „Nicht viel, aber könnte so eben klappen“, sagt eine Frau, die ihrerseits auf einer Geländemaschine sitzt. „Und du?“, fragt sie mich. „110 Kubik.“ „Vergiss es!“

Die Fahrgemeinschaft Disco/Ben jedoch entscheidet mit 1:0-Stimmen bei Enthaltung Ben, den Berg in Angriff zu nehmen. Für Disco eine gute Wahl. Ich hingegen quäle mich die Anstiege hoch; jedes kurze Stück bergab dient nur als Anlauf zur nächsten Steigung. Ich bin fit, aber mein Roller ächzt und keucht. Ich denke an das Pferd, das einst bei einem Galopprennen mit großem Rückstand ins Ziel kam. Woraufhin der Besitzer den Jockey vorwurfsvoll fragte: „Da war doch mehr drin, oder?“ „Schon möglich“, sagte der Jockey, „aber ich musste beim Pferd bleiben.“

Immer stärker sieht es nach Regen aus. Auf nassem Asphalt würde ich bergauf weder beschleunigen noch bergab wirkungsvoll bremsen können. Da stellt Disco fest, dass er unbedingt tanken muss. Made my day. Wir drehen und fliegen beschwingt hinab ins Dorf. Dort steht einer der Automaten, die auf dem Land die Tankstellen ersetzen.

Die eigentliche Pointe erfahren wir später: Das Angkhang Nature Resort wurde schon 2019 abgerissen. Auf einigen Hotelbuchungs-Plattformen ist es allerdings immer noch präsent mit der Auskunft: Leider haben wir für den ausgewählten Zeitraum keine freien Zimmer in dieser Unterkunft.

Quartier in der Dämmerung: Das Weiße Haus

Nach unserem zeitraubenden Abstecher fahren wir die 109 in südöstlicher Richtung, die Querspange via Mae Suay soll uns bis vor die Tore Chiang Rais tragen. Auf dem hügeligen, landschaftlich stets attraktiven Teilstück nehmen wir uns keine Zeit für das Dorfleben hier oder dort, da wir in Mae Suay noch nach einem geöffneten Hotel fahnden wollen. Unsere Suche bleibt jedoch ergebnislos. Für den weiteren Weg Richtung Chiang Rai schlägt uns Google das „White House Boutiqe Resort“ als Nachtquartier vor.  

Und abends mit Beleuchtung: Das White House Resort

Die Entfernungsangaben auf Google Maps orientieren sich in entlegenen Regionen nicht immer an der Realität. Daher erreichen wir das Ziel erst in der Abenddämmerung – später als geplant, aber rechtzeitig genug, um unserem Vorsatz treu zu bleiben, nicht bei Dunkelheit zu fahren. Denn dann erreicht das Rodeo auf Thailands Straßen noch einmal eine neue Qualität. 

Der Weg zum Bungalow ist ein wenig beschwerlich… (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Das White House Boutique Resort ist eingebettet in prächtige Natur, einladend in jeder Hinsicht. Doch wir sind die einzigen Gäste. Die ältere Dame am Empfang freut sich so sehr über uns und die unverhofften Einkünfte, dass sie gar nicht mehr aufhört zu reden. Wir taufen sie Wasserfall.

Das Restaurant (Foto: FB-Homepage)

Ohne Gäste stellt jedes Hotel auf Notbetrieb um. Fürs Dinner dürfen wir ein einziges Gericht auswählen und entscheiden uns für Moo Pad Kra Pao (Schweinefleisch mit Thai-Basilikum und Zuckerschoten). Im spärlich beleuchteten Restaurant kommen wir uns ziemlich verloren vor, obwohl uns der Wasserfall weiterhin verbal betüttelt und dabei nicht zu erwähnen vergisst, dass wir am nächsten Morgen noch 240 Baht für irgendwas bezahlen mussten.

Fotos: Faszination Fernost/B. Linnhoff (5), FB-Homepage White House (2)

3. Tag: White House Boutique Resort – Chiang Rai: 22 km

White House Boutique Resort (Foto: FB-Homepage)

Am Morgen zaubert eine unsichtbare Köchin trotz knapper Ressourcen ein feines Frühstück auf den Tisch. Unser nächstes Ziel liegt ganze elf Kilometer entfernt: Noch vor den südlichen Toren der Provinzhauptstadt Chiang Rai peilen wir den Weißen Tempel an – und der, das war klar, würde uns einige Zeit beschäftigen.

Der Weiße Tempel: Blendwerk oder Kunst?

Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff

Corona-bedingt treffen wir nur wenige Mitbesucher an, der Eintritt ist frei und die Maske Pflicht.

Architekt Chalermchai Kositpipat gehört zu den Menschen, die sich selbst keine Grenzen setzen. Wie sonst hätte er dieses kontroverse Bauwerk 1997 beginnen können? Ein Lebenswerk, das noch längst nicht vollendet ist und auch deshalb Schlagzeilen machte, weil der Bauherr persönlich chinesische Touristen beschimpfte, die in den Toiletten des Tempelgeländes deutlich über das Ziel hinausgeschissen hatten.

Am Wat Rong Khun, wie der Tempel auf Thai heißt, begegnen wir Buddha und Fabelwesen und Monstern, aber auch Elvis Presley, Batman und anderen westlichen Pop-Ikonen. Wie das alles zusammenpasst, lest ihr in folgendem separaten Beitrag:

Buddha trofft Batman: Der Weiße Tempel von Chiang Rai

Zwei Schicksalsschläge im selben Jahr

Im Jahr 2014 musste Kositpipat gleich zwei Schicksalasschläge verdauen: Das heftige Erdbeben von Chiang Rai beschädigte den Weißen Tempel erheblich und wenig später starb sein verehrter Lehrer Thawan Duchanee, der Schöpfer eines weiteren Meisterwerks in Chiang Rai: Baan Dam – Das Schwarze Haus. Weißer Tempel und Schwarzes Haus, Jung und Alt, Yin und Yang: Schüler und Lehrer einte das Ziel, den Buddhismus moderner zu interpretieren als gewohnt.

Baan Dam: Das Schwarze Haus

Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff

„In meiner Vorstellung und in meinen Träumen werden Raum und Zeit eins.“

Thawan Duchanee
Foto: Bon Voyage Thailand

Der Name ist ein wenig irreführend. Das Schwarze Haus ist zwar die Hauptattraktion, doch nur eins von insgesamt 40 meist schwarzen Häusern im Lanna-Stil, in ländlichem Ambiente, etwa 10 Kilometer nördlich von Chiang Rai. Auch dieser Komplex wurde nicht an einem Tag erbaut. Sondern in 36 Jahren – entstanden ist ein außergewöhnliches Freilichtmuseum.

Der Künstler

Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff

Thawan Duchanee (1939 – 2014) war, wie sein Schüler Kositpipat, Visionär. Vertraut selbst mit den künstlerischen Traditionen des Westens, denn in jüngeren Jahren studierte er an der Königlichen Akademie für Visuelle Künste in Amsterdam. In seinen Werken bevorzugte er Rot und Schwarz – Farben, die in der traditionellen buddhistischen Kunst die dunklen Seiten symbolisieren, die jedem Menschen innewohnen.

Erschien uns der Weiße Tempel ätherisch und nicht von dieser Welt, so wirkt das Schwarze Haus mit seinen Skulpturen und Holzschnitzereien, den Schlangenhäuten, Büffel-, Krokodil- und Bärenschädeln oft makaber, bizarr, mysteriös. Morbide vor allem, denn die meisten Objekte spiegeln die Themen Tod, Sterben und Vergänglichkeit.

4. Tag: Chiang Rai – 2 Tempel und 2 Nächte im „Riverie“

Geplant war das nicht. Wir haben uns vor der Reise das Hotel „The Legend“ am Kok River ausgeguckt, das uns auf seiner Internetseite förmlich ansprang. Dort aber stehen wir vor verschlossenen Türen, das Hotel ist zu und wird es noch einige Zeit bleiben. Mit Hilfe des freundlichen Pförtners rufen wir das Red Rose Hotel an, es liegt mitten in der Stadt. Zwei Sterne, originelle Zimmer und – geschlossen.

Foto: Disco/Faszination Fernost

Wir fahren am Fluss entlang und gelangen zum Riverie by Katathani. Viele Sterne, wenige Gäste, aber in Betrieb. Wenngleich der Mut, zu Corona-Zeiten zu öffnen, kaum gewürdigt wird. Wir buchen zwei Nächte und fühlen uns gut aufgehoben. Besser vermutlich als die freundlichen, aber chronisch unterbeschäftigen Damen und Herren vom Service, die mehr Trubel vorziehen würden.

Rezeption im Riverie (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Vom normalerweise üppigen Frühstücksbuffet, im Zimmerpreis enthalten, sehen die etwa zehn Gäste nur die Basics, Salat und Müsli inklusive. Doch jeder Gast kann aus der Speisekarte nach Wunsch ein Gericht oder zwei hinzuwählen. Angesichts der Umstände kein schlechter Kompromiss.

Frühstück mit Aussicht (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Von der Provinzhauptstadt Chiang Rai, in diesen Tagen nahezu frei von Touristen, sehen wir nur das Bronzedenkmal des Königs Mengrai. Der 25. Regent in der Geschichte Thailands gründete Chiang Rai 1262 und verfügte offensichtlich über eine beeindruckende Streitmacht von Elefanten und Pferden.

König Mengrai (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Uns lockt ein Ziel, das wir von unserem Hotelfenster in der Ferne ahnen können: Ein großer weißer Buddha.

Zimmer mit Aussicht (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Big Buddha ist eine Frau

Foto: Disco/Faszination Fernost

Ich erkenne eine Frau, wenn ich davor stehe. Erst recht, wenn sie 69 Meter hoch ist. Was von Weitem aussieht wie ein riesiger Buddha, ist Guanyin, die chinesische Göttin der Barmherzigkeit und eine weiblicher Buddha – eine Erwachte.

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Die Anlage des Wat Huay Pla Kang mit der Statue der Göttin, einem weißen Tempel und einer chinesischen Pagode ist noch jung – Abt Phra Ajahn Phok Chokthisawaso begann 2005 mit den Bauarbeiten, 2009 wurde der Wat (Tempel) vom Office of National Buddhism offiziell als buddhistischer Tempel anerkannt.

Wer mehr über die Anlage wissen möchte und wie man hinkommt, findet alles Wissenswerte im Beitrag von Stefan in Thailand:

Guanyin im Wat Huay Pla Kang

Durch die Augen der Göttin (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Mit dem Fahrstuhl gelangen wir sogar in den Kopf der Statue. Dort überrascht uns ein reiches Innenleben mit sehenswerten Skulpturen – und mit dem Blick durch die Augen der Göttin auf die Welt nahe Chiang Rai.

Rhapsodie in Saphir: Der Blaue Tempel

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Vom Weißen Tempel über das Schwarze Haus zum Blauen Tempel: Chiang Rai liebt es bunt. In der buddhistischen Farbenlehrer steht Blau für Heilung. Angesichts der ungewöhnlichen Architektur und der kräftigen Farben vergisst der Besucher leicht, dass er sich im Wat Rong Suea Ten, im Blauen Tempel also, in einem buddhistisches Gebetshaus aufhält. Der Erleuchtete wird es uns nachsehen.

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Der Tempel nahe dem Stadtzentrum ist ebenfalls eine der jüngeren Sehenswürdigkeiten Chiang Rais – der Bau wurde 2005 begonnen, auf den Ruinen eines längst aufgegebenen Tempels, und 2016 fertiggestellt.

Schon vor Corona zählte der blaue Tempel deutlich weniger Besucher als der Weiße im Süden Chiang Rais. Obwohl zwischen beiden Konstrukten eine Verbindung besteht. Denn für das blaue Design zeichnet Putha Kabkaew verantwortlich, ein Schüler von Chalermchai Kositpipat, dem Erbauer der weißen Anlage. Daher also die Liebe zum Detail, daher das Verspielte – zumindest für unsere westlichen Augen -, daher auch die Absicht, die traditionellen Darstellungen des Buddhismus modern aufzuladen.

Hereinspaziert! (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Die beiden Riesen am Eingang sorgen für einen angemessenen Empfang. Auf dem Vorplatz täuschen diverse Buddha-Statuen und ein Springbrunnen, alles in Blau natürlich, dass dieser Raum ein Parkplatz ist. Hier besteht die Herausforderungen darin, kein parkendes Auto aufs Bild zu bekommen.

Nicht nur seiner Größe wegen ist der weiße Buddha ein willkommener Kontrapunkt zu all dem leuchtenden Saphirblau und den goldenen Einsprengseln.

Foto: Disco/Faszination Fernost

In der deutschen Übersetzung bedeutet Wat Rong Suea Ten Haus des tanzenden Tigers – zur Erinnerung daran, dass reale Tiger vor langer Zeit das Revier nahe dem Kok-Fluss beherrschten.

Haus des tanzenden Tigers (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Die Wandmalereien im Inneren zeigen Stationen aus dem Leben Buddhas.

Die Provinz Chiang Rai positioniert sich gerade als Zentrum der Kunst. Mehr als 300 Künstler leben dort, 60 haben inzwischen ihre Häuser für Besucher geöffnet. Wir haben uns die bekanntesten Sehenswürdigkeiten herausgepickt und damit nur einen Bruchteil dessen, was einen Besuch lohnt.

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Über die Kunst hinaus gibt es in Chiang Rai noch einiges mehr zu sehen und zu tun. Keiner weiß das besser als unser Freund Stefan, seine Tipps findet ihr im Blog Stefan in Thailand.

Weitere Hotel-Tipps für Chiang Rai:
Das rustikale Phufa Zaje Homestay und Café auf Facebook.
Hochgelobt wird das Baan Rub Aroon
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Folgt: Von Chiang Mai ins Goldene Dreieck (Teil 2)